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Monatelange S-Bahn-Ausfälle: Staatsregierung schaltet sich ein | BR24

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Der Zehn-Minuten-Takt auf den S-Bahn-Linien 3 und 8 wird bis Dezember aus dem Fahrplan gestrichen. Darüber haben wir gestern berichtet. Seitdem die Bahn das bekannt gegeben hat, wird der Unmut der Politiker immer lauter.

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Monatelange S-Bahn-Ausfälle: Staatsregierung schaltet sich ein

Rund 840.000 Menschen nutzen täglich die S-Bahn im Raum München. Doch immer wieder gibt es Probleme, die die Fahrgäste deutlich zu spüren bekommen. Nun kündigt die Bahn monatelange Ausfälle von Verbindungen an - und das wird zum Politikum.

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Erneute Probleme bei der Münchner S-Bahn mit monatelangen Ausfällen werden zu einem Fall für die bayerische Staatsregierung. "Die Bahn muss rasch ein Ersatzkonzept vorlegen. Wir erwarten eine zeitnahe Lösung für die Pendler im Großraum München", sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dem "Münchner Merkur". "Zudem werden wir ernsthaft Vertragsstrafen gegenüber der Bahn prüfen."

Verbindungen bei S3 und S8 werden vorübergehend ausgedünnt

Die Bahn hatte mitgeteilt, dass bis Dezember bei der S3 und der S8 die "Taktverstärker" aus dem Fahrplan genommen werden. Sie sorgen dafür, dass in der Hauptverkehrszeit ein 10-Minuten-Takt möglich ist statt der üblichen 20 Minuten oder mehr. Die S8 ist eine der beiden Linien zum Münchner Flughafen. Die S3 führt vom Bahnhof Mammendorf quer durch die Stadt bis zum Bahnhof Holzkirchen.

Außerdem sollen bei der S2 und der S20 einzelne Züge entfallen. Als Gründe nannte die Bahn unter anderem fehlende Fahrzeuge und Bauarbeiten auf einem Werkstattgelände.

Bahn: "Wir arbeiten mit Hochdruck an Lösungen"

Man könne den Unmut verstehen und sei selbst mit der aktuellen Fahrzeugsituation nicht zufrieden, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der S-Bahn München, Heiko Büttner in einer kurzen Stellungnahme. Die Bahn arbeite mit Hochdruck an Lösungen und denke dabei in alle Richtungen. Auch sollen zusätzliche Mitarbeiter das Werkstatt-Team unterstützen.

Verkehrsminister Reichhart: "Unhaltbare Situation"

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) hatte am Donnerstag gemahnt: "Die Situation ist so nicht hinnehmbar. Wir dringen darauf, dass seitens der Bahn die vertraglich vereinbarten Takte eingehalten werden." Bei der Suche nach kreativen Lösungen dürften Finanzen keine Rolle spielen.

Die Nachricht sei ein "Schlag ins Gesicht", hieß es vom Münchner Landrat Christoph Göbel (CSU). "Statt der versprochenen Taktverdichtung werden jetzt sogar Züge gestrichen. Das wird den Verkehrskollaps noch weiter verstärken - und zwar auf Schiene und Straße." In der Mitteilung heißt es weiter: "Wer kann, wird über kurz oder lang aufs Auto umsteigen - und in einem noch längeren Stau als gewöhnlich stehen."

Nicht zum ersten Mal ein Fall für die Politik

Rund 840.000 Menschen nutzen die S-Bahn pro Werktag. Alle Linien werden in der Münchner Innenstadt über die Stammstrecke geleitet. Zur Entlastung des für Störungen anfälligen S-Bahn-Netzes wird eine zweite Stammstrecke gebaut. Sie soll 2028 in Betrieb gehen und überwiegend durch einen neuen Tunnel verlaufen.

Probleme bei der Bahn beschäftigen nicht zum ersten Mal die Politik. Nach dem Chaos im schneereichen Winter 2018/19 hatte der Landtag im Mai Konzern-Vertreter auch der Deutschen Bahn zu einer Anhörung zitiert. Im vergangenen Jahr hatte der damalige Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) im Wirtschaftsausschuss des Landtags Stellung zu Problemen bei der Münchner S-Bahn genommen.