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Neues Dürrejahr droht - Bayern fordert Versicherung für Bauern | BR24

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Das Jahr 2018 war zu trocken, die ersten Monate 2019 ebenfalls. Im Mai, so Experten, könnte sich entscheiden, ob ein weiteres Dürrejahr bevorsteht. Damit Bauern vor Trockenheit geschützt werden, fordert Bayern bessere Versicherungen bei Ernteausfall.

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Neues Dürrejahr droht - Bayern fordert Versicherung für Bauern

Das Jahr 2018 war zu trocken, die ersten Monate 2019 ebenfalls. Im Mai, so Experten, könnte sich entscheiden, ob ein weiteres Dürrejahr bevorsteht. Damit Bauern vor Trockenheit geschützt werden, fordert Bayern bessere Versicherungen bei Ernteausfall.

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Durch die Trockenheit zu Jahresbeginn brannten gleich mehrere Waldstücke in verschiedenen Regionen in Deutschland und Bayern, und zahlreiche Bauern klagen, weil der Niederschlag ausbleibt. Gerade in der Landwirtschaft hofft man nun auf viel Regen im Mai. Sollte auch dieser Monat zu trocken werden, könnte eine weitere Missernte drohen. Es wäre die zweite in Folge. Bereits 2018 war es in zahlreichen Regionen zu Ernteausfällen gekommen.

Dürrejahr 2018: Auswirkungen auch heuer zu spüren

Dabei wirkt sich die Trockenheit aus dem vergangenen Jahr auch auf dieses Jahr aus. Denn auch im Winter blieben die Niederschlagsmengen aus, die dem Boden seine Grundfeuchte hätten wiedergeben können. Deswegen ist Ernst Rauch, Chef der Klimaforschung der Munich Re, dem weltgrößten Rückversicherer, überzeugt, dass "die Startbedingungen für die Landwirtschaft sehr schlecht" sind. Die Bodenfeuchte liege nach Rauchs Angaben unterhalb des Mittelwerts.

Ernteausfälle: Österreichische Bauern besser abgesichert

Ob 2019 wirklich ein "Dürrejahr" wird, entscheiden die kommenden Wochen. Wenn im Mai genug Niederschlag fällt, um ein ausreichendes Pflanzenwachstum zu gewährleisten, könnte die Ernte gut werden. Sollte das nicht der Fall sein, drohen den Landwirten Einbußen. Für diese Fälle sind die deutschen Bauern schlecht abgesichert und auch kaum versichert.

Laut einem Bericht des Deutschlandfunks sind in Deutschland kaum Landwirte gegen Dürre versichert, weil die Versicherungsprämien, die die Bauern aufbringen müssten, fünf- bis zwanzigfach höher liegen, als beispielsweise die Versicherungsprämien bei Hagelschäden. Diese hohen Versicherungsprämien werden in Deutschland nicht durch staatliche Subventionen abgefedert. Ganz im Gegensatz zu Österreich, wo staatliche Unterstützung für diese Versicherungen (Ernteausfälle durch Extremwetter) seit Jahren gezahlt wird.

Bayern fordert bessere Versicherung für Bauern

Nach den Ernteausfällen im vergangenen Jahr hatten sich die Agrarminister der Länder darauf verständigt, Landwirte besser schützen zu wollen. Bindende Entscheidungen sind noch nicht in Sicht. Deshalb erklärte die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) am Sonntag, dass "eine staatlich unterstützte Mehrgefahrenversicherung in der Landwirtschaft dafür am besten geeignet" sei. Ziel müsse es sein, so Kaniber, vor Risiken wie Dürre zu schützen und gleichzeitig "die Versicherungsprämien für die Bauern bezahlbar" zu halten.

Reine Dürre-Versicherung zu teuer

Das Problem bei Ernteausfälle durch Dürre ist, dass in der Regel zahlreiche Betriebe betroffen sind, nicht nur einzelne Landwirte, wie beispielsweise bei lokalen Überschwemmungen. Deswegen ist eine Versicherung gegen Dürre extrem teuer, da im Schadensfall gleich mehrere tausend Landwirte berücksichtigt werden müssten.

Staatliche Subvention für Mehrgefahrenversicherung gefordert

Eine Mehrgefahrenversicherung, wie Kaniber sie seit 2018 fordert , soll die Bauern deswegen gegen mehrere Naturgefahren gleichzeitig schützen, Dürre inklusive. Zahlreiche Staaten, wie Frankreich, Österreich oder die USA, subventionieren die Mehrgefahrenversicherung, Deutschland bislang jedoch nicht.

Deswegen legt Michaela Kaniber nun den konkreten Vorschlag vor, nach österreichischem Vorbild, die Mehrgefahrenversicherung auch hierzulande einzuführen. Kanibers Vorschlag sieht vor, dass Bund und Länder die Hälfte der Versicherungsprämie zahlen sollen, die Bauern die andere Hälfte.

Damit sollen die Landwirte gegen naturbedingte Ernteausfälle - außer Hagel - besser geschützt werden.