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Urteil im Passauer Schleuser-Prozess erst nächste Woche | BR24

© BR / Katharina Häringer

Der Angeklagte im Gespräch mit seinem Anwalt

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    Urteil im Passauer Schleuser-Prozess erst nächste Woche

    Vor dem Landgericht in Passau ist am Donnerstag der Prozess gegen einen mutmaßlichen Schleuser weiter gegangen. Der 46-Jährige soll die Schleusung von 45 Männern, Frauen und Kindern nach Deutschland organisiert haben. Er hat zum Teil gestanden.

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    Im Passauer Schleuser-Prozess hat der Angeklagte am Donnerstag in Teilen eingeräumt, einen Flüchtlingstransport von Rumänien nach Niederbayern mitorganisiert zu haben. Der 46-Jährige muss sich wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern verantworten.

    Angeklagter wurde angeblich bedroht

    Von seinem Anwalt ließ der Angeklagte verlesen, dass er einen Laster in Rumänien bereitstellen ließ und dass er den Mann, der diesen Lkw später nach Deutschland fahren sollte, zum Flughafen brachte und dessen Flugticket kaufte. Er habe vermutet, dass es um Schleusergeschäfte ging:

    "Mir war klar, dass mein Lkw zweckentfremdet wird. Ich hätte die Schleusung unterbinden und zum Beispiel die Polizei anrufen können. Aber ich habe die Augen verschlossen." Angeklagter vor Gericht

    Die Begründung des Angeklagten: Er hatte Angst vor Vergeltung. Er und seine Familie seien bedroht worden. Drei Männer – unter anderem aus der Türkei – seien bei ihm in Baden-Württemberg aufgetaucht und hätten gedroht, ihm passiere nur dann nichts, wenn er einen Lastwagen kostenlos zur Verfügung stelle. Über seinen Verteidiger entschuldigte sich der Angeklagte bei den Menschen, die durch die ungesicherten Paletten im Transporter verletzt worden waren.

    Über Stunden keine Lüftung, keine Nahrung, keine Toiletten

    45 Flüchtlinge aus dem Irak, Iran, Syrien und Somalia wurden im März vergangenen Jahres unter lebensgefährlichen Bedingungen eingeschleust. Es gab laut Staatsanwaltschaft keine Sitzplätze, es gab keine Lüftung, keine Nahrung, die Notdurft musste auf der Ladefläche verrichtet werden. Unter den Flüchtlingen waren auch acht Kinder unter sieben Jahren und mehrere Jugendliche. Als während der Fahrt Holzpaletten umgefallen waren, wurden mehrere Personen verletzt. Die Flüchtlinge sollen zwischen 1.000 und 9.000 Euro für die Fahrt von Rumänien nach Deutschland bezahlt haben. Der Lkw-Fahrer wurde bereits im Oktober zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Er stellte den Lkw in einem abgelegenen Waldstück bei Schmidham im Kreis Passau ab. Die Menschen wurden später bei Temperaturen von bis zu minus acht Grad von Polizisten mit Suchhunden gefunden.

    Die Plädoyers und das Urteil sollen nächste Woche Donnerstag gesprochen werden.