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Im Umgang mit dem Impfstoff Astrazeneca plant das Impfzentrum Kronach, von der aktuellen Stiko-Empfehlung abzuweichen.

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Mögliche Drittimpfung in Kronach: Ministerium verweist auf Stiko

In der Diskussion um eine dritte Impfung bei unter 60-jährigen Astrazeneca-Impfwilligen hat sich nun das Bayerische Gesundheitsministerium geäußert. Das verweist einmal mehr auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission.

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Von
  • BR24 Redaktion

Manche Menschen, die ihre Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, möchten keine Zweitimpfung mit dem Vakzin. Der Landkreis Kronach bietet eine Lösung an, die auf eine dritte Impfung hinauslaufen könnte. Damit weicht die Region von den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) ab. Auf BR-Nachfrage heißt es unterdessen aus München, dass das Bayerische Gesundheitsministerium für dieses Szenario bisher keine offizielle Informationen herausgab.

Stattdessen teilte das Ministerium lediglich mit, dass davon ausgegangen werde, dass auch im Kronacher Impfzentrum auf der Grundlage der Stiko-Empfehlungen geimpft werde, heißt es auf BR-Nachfrage.

Stiko rät zu einem "heterologen Impfschema"

Die Stiko empfehle in diesem Fall ein sogenanntes heterologes Impfschema. Demnach sollen unter 60-jährige Personen, die bereits eine erste Dosis Astrazeneca erhalten haben, anstelle der zweiten Impfstoffdosis Astrazeneca eine Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs angeboten bekommen.

Die Stiko halte diese heterologe Impfung von Personen unter 60 Jahren als wirksamer und sicherer als die zweimalige Astrazeneca-Impfung. Denn beide verfügbaren mRNA-Impfstoffe hätten weder nach der ersten noch nach der zweiten Impfstoffdosis eine erhöhte Anzahl thromboembolischer Ereignisse zur Folge.

Sollten Studienergebnisse darauf hinweisen, dass das heterologe Impfen keinen ausreichenden Impfschutz gebe, werde die Stiko die Impfempfehlung prüfen und gegebenenfalls weiterreichende Empfehlungen aussprechen, so das Ministerium.

Impfzentrum Kronach hält sich an Hersteller-Vorgaben

Das Kronacher Impfzentrum begründet sein Vorgehen damit, dass man sich damit an die Vorgaben der jeweiligen Impfstoff-Hersteller halte, egal ob Astrazeneca, Biontech/Pfizer oder Moderna. Diese schrieben vor, dass die Impfserie mit zwei Impfungen des gleichen Impfstoffs zu erfolgen habe, um sie zu einem Abschluss zu bringen. Es gebe momentan keine belastbare Datenlage, die aussage, dass eine Misch-Impfung einen ausreichenden Impfschutz biete.

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Manche Menschen, die ihre Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, möchten keine Zweitimpfung mit dem Vakzin.

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