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Modefirma Strenesse stellt Betrieb endgültig ein | BR24

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Der angeschlagene schwäbische Luxusmodehersteller Strenesse stellt zum Jahresende seinen Betrieb ein. Das Traditionsunternehmen begründete den Schritt am Mittwoch mit den Auswirkungen der Corona-Krise.

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Modefirma Strenesse stellt Betrieb endgültig ein

Das Modeunternehmen Strenesse aus Nördlingen stellt zum Jahresende seinen Betrieb ein. Das hat die Traditionsfirma bekanntgegeben. Strenesse steckt seit Längerem in der Krise und hatte vor einem Jahr zum zweiten Mal Insolvenz anmelden müssen.

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Endgültiges Aus für eines der früheren Aushängeschilder der deutschen Modebranche: Der angeschlagene schwäbische Luxusmodehersteller Strenesse stellt zum Jahresende seinen Betrieb ein.

Als Grund nennt das Unternehmen aus Nördlingen die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Tatsächlich steckte die Strenesse New GmbH, wie das Unternehmen zuletzt hieß, schon vor Corona tief in der Krise. Zurzeit arbeiten in Nördlingen nur noch rund 20 Mitarbeiter für Strenesse, insgesamt sind es noch 57.

Am Jahresende verlieren 57 Mitarbeiter ihren Job

Die meisten davon sind in den Shops in Frankfurt, Köln und Hamburg beschäftigt, wie der Betriebsratsvorsitzende Rainer Dirrheimer dem BR sagte. Laut Dirrheimer verlieren Ende Oktober die ersten Kollegen ihren Job, bis zum Jahresende dann die übrigen. Es gebe einen Sozialplan.

Corona-Krise: Strenesse-Läden geschlossen, Online-Verkauf lief nicht

Strenesse hatte vor einem Jahr bereits zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet. Der Insolvenzplan sei dann aber nicht aufgegangen, weil durch die Corona-Pandemie die Strenesse-Geschäfte schließen mussten und der Online-Verkauf nicht so gut lief, wie der Betriebsratsvorsitzende dem BR erklärte. Auch seien Gespräche mit einem Investor geplatzt, so dass nun das Ende von Strenesse besiegelt sei.

Strenesse galt lange als erfolgreicher Vertreter deutscher Designermode

Der Modehersteller aus Nördlingen war 65 Jahre lang von der Gründerfamilie Strehle geführt worden, ehe die Familie vor wenigen Jahren wegen der Krise die Kontrolle über das verschuldete Unternehmen an Investoren abgeben musste. Zuvor galt Strenesse lange als ein besonders erfolgreicher Vertreter deutscher Designermode. Die Familie Strehle hatte im Jahr 1949 in Nördlingen ihre Textilfabrik für Damenoberbekleidung gegründet.

In den kommenden Jahrzehnten wuchs die Fabrik beständig, die Produktlinie Strenesse tauchte erstmals Ende der 1960er Jahre auf. Die Marke ist ein Kunstwort aus dem Namen der Eigentümerfamilie und dem französischen "Jeunesse" (Jugend). In den 1990er Jahren wurde die von der damaligen Kreativchefin Gabriele Strehle entwickelte Kollektion eine international begehrte Designermarke. Strenesse präsentierte sich in Mailand, die schwäbische Mode wurde in Japan verkauft und ein Tochterunternehmen in den USA gegründet.

Strenesse war Ausstatter der Nationalmannschaft

Zwischenzeitlich war das Unternehmen auch als Ausstatter der Fußball-Nationalmannschaft bekannt. Bundestrainer Jogi Löw sorgte erst mit einem weißen Hemd und dann mit einem blauen "Glückspullover" aus der Strenesse-Produktion für Schlagzeilen. Aus den roten Zahlen konnte das den nordschwäbischen Lieferanten allerdings nicht nachhaltig führen.