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Modellregion Oberpfalz: Grippeimpfung bald in der Apotheke? | BR24

© BR/Nikolaus Nützel

Die Bundesregierung will dafür sorgen, dass sich mehr Deutsche impfen lassen. Deswegen sollen Patienten sich künftig auch in Apotheken die entsprechenden Spritzen geben lassen können. In der Oberpfalz soll das Modell erprobt werden.

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Modellregion Oberpfalz: Grippeimpfung bald in der Apotheke?

Die Bundesregierung will dafür sorgen, dass sich mehr Deutsche impfen lassen. Deswegen sollen Patienten sich künftig auch in Apotheken die entsprechenden Spritzen geben lassen können. In der Oberpfalz soll das Modell erprobt werden.

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Von
  • Nikolaus Nützel

Kann man sich bald in Apotheken gegen das Grippevirus impfen lassen? Die Neuerung soll zunächst in Modellprojekten erprobt werden. Die Verhandlungen über ein Projekt in Bayern stehen kurz vor dem Abschluss - Modellregion soll die Oberpfalz werden.

Nicht nur eine Infektion mit dem Coronavirus kann tödlich verlaufen, in manchen Jahren fordert auch die Grippe alleine in Deutschland mehr als 20.000 Tote. Die Bundesregierung hat deswegen per Gesetz den Weg freigemacht, dass Patienten keinen Termin in einer Arztpraxis vereinbaren müssen, um sich gegen Grippe impfen zu lassen. Auch Apotheker sollen die entsprechenden Spritzen setzen dürfen.

Scharfe Kritik aus der Ärzteschaft

Ärzteverbände hatten während des Gesetzgebungsverfahrens gegen die Ausweitung der Grippeimpfung auf Apotheken allerdings Widerstand geleistet. So warnt die Bundesärztekammer (BÄK) vor "Gefahren für die Patientensicherheit". Denn bei seltenen, aber schwerwiegenden Zwischenfällen, wie etwa einer allergischen Reaktion, müssten Notfallmaßnahmen eingeleitet werden, für die ärztliches Wissen notwendig sei. Eine entsprechende Schulung der Apotheker sei hier nicht ausreichend, argumentiert die Bundesärztekammer.

Apotheker sehen sich gut vorbereitet

Der Vizepräsident des Bayerischen Apothekerverbandes, Josef Kammermeier, hält solche Warnungen von Ärzteverbänden für nicht stichhaltig. Im Regierungsbezirk Oberpfalz, der in Bayern für das Modellprojekt ausgewählt wurde, gebe es eine gute Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern, um entsprechende Schulungen zu organisieren, sagte Kammermeier dem BR.

Die Risiken durch Grippeimpfungen in Apotheken sind seiner Ansicht nach ausgesprochen gering. Gleichzeitig sieht er große Chancen. Der Zugang zu Apotheken sei "niederschwelliger" als ein Termin in einer Arztpraxis. Deswegen könnten durch das neue Angebot Patienten erreicht werden, die sich sonst nicht mit dem Thema Impfen beschäftigen, sagt Kammermeier. Bei der Grippeimpfung werde außerdem der gesamte Impfstatus geprüft. Gegebenenfalls könnten die Apotheken Patienten dann empfehlen, für weitere sinnvolle Impfungen in eine Arztpraxis zu gehen. Denn außer gegen Grippe soll es keine weiteren Impfungen durch Apotheker geben.

Erprobung in Modellprojekten

Zunächst soll die Grippeimpfung in der Apotheke in verschiedenen Modellregionen quer durch Deutschland drei Jahre lange erprobt und wissenschaftlich begleitet werden. Projektpartner sind dabei der Apothekerverband und die AOK, die bei ihren Versicherten für die Kosten aufkommt. Wenn der Modellversuch erfolgreich verläuft, wenn es also keine nennenswerten Zwischenfälle gibt und die Impfquote tatsächlich steigt, sollen die Projekt nach dem Willen der Bundesregierung weiter ausgeweitet werden.

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