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Ministerpräsident Markus Söder hat angekündigt, nach den Osterferien in einem Modellprojekt Lockerungen mit einem Test- und Impfkonzept zu verknüpfen. Niederbayerische Kommunen wollen dabei sein.

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Modellregion für Öffnungsschritte? Niederbayern will dabei sein

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angekündigt, nach den Osterferien im Rahmen eines Modellprojekts in einige Kommunen Lockerungen mit einem Test- und Impfkonzept zu verknüpfen. Niederbayerische Kommunen wollen dabei sein.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Andreas Mack
  • Astrid Dachs

Bad Füssing im Landkreis Passau bewirbt sich offiziell als Modellregion für Öffnungen in der Corona-Pandemie. Bürgermeister Tobias Kurz (Wählergemeinschaft Würding) hat sich dafür heute in einem Brief an Ministerpräsident Markus Söder gewandt. Nach mittlerweile fünf Monaten Schließung möchte Kurz, dass der Kurort seine Aufgabe "als Gesundheitsbringer" für die Menschen endlich wieder wahrnehmen kann.

Was für Bad Füssing spricht

In seinem Schreiben nennt Bürgermeister Kurz eine Reihe von Argumenten, warum Bad Füssing aus seiner Sicht als Pilotstandort optimal geeignet ist: Neben umfassenden und kontinuierlich weiterentwickelten Sicherheits- und Hygienekonzepten gehört dazu auch ein eigenes Corona-Schnelltestzentrum, das Bad Füssing in dieser Woche offiziell eröffnet hat.

Bad Füssing verweist auf Erfahrungen im Sommer 2020

Bereits im Sommer 2020 habe Bad Füssing bewiesen, dass eine verantwortungsvolle, umsichtige und vorsichtige Öffnung möglich sei, so Kurz. Alle Akteure vor Ort bereiten sich demnach seit Wochen und Monaten intensiv auf die Wiedereröffnung vor. Bad Füssing hofft nun auf ein schnelles Signal aus München.

Auch die Stadt Landshut soll sich bewerben

Bad Füssing ist nicht die einzige niederbayerische Kommune mit Interesse: Auch die Stadt Landshut soll sich als Modellstadt bewerben. Einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag haben jetzt mehrere Stadtratsfraktionen eingebracht. Die Verwaltung soll nun praktikable Maßnahmen in der Corona-Pandemie in ein Konzept zusammenführen.

Stadt Passau bewirbt sich für Modellprojekt

Bereits einen Schritt weiter ist die Stadt Passau: Die Meldung an die Staatskanzlei ist schon erfolgt. Das hat die Stadt mitgeteilt. Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) sieht Passau richtig gut aufgestellt und dazu bereit, an einem derartigen Projekt teilzunehmen.

Durch eine Kombination von Testungen kombiniert mit softwareunterstützter Nachvollziehbarkeit möchte er nach den Osterferien mit ersten Lockerungen an den Start gehen. So könnte man sehr frühzeitig gemeinsam mit dem Landkreis Passau ein Zeichen setzen. Die Erkenntnisse dieser Probephase seien sicherlich für andere Städte und Regionen wertvoll, die ebenfalls an oder nahe einer Staatsgrenze liegen.

Freyung-Grafenau will ebenfalls öffnen

Der Landrat des Kreises Freyung-Grafenau, Sebastian Gruber (CSU), hat ebenfalls an Ministerpräsident Söder und Gesundheitsminister Holetschek geschrieben und für seinen Landkreis als Modellprojekt geworben. Gruber verweist unter anderem auf Schnelltestangebote in den drei Städten Freyung, Grafenau und Waldkirchen. Im Landkreis Freyung-Grafenau habe man im niederbayerischen und wohl auch im bayerischen Vergleich bereits aktuell eine sehr hohe Testdichte.

Vor Ort handele es sich um verhältnismäßig kleine Städte, in denen durch die Öffnung vergleichsweise wenig Frequenz im öffentlichen Raum erzeugt werde. Mit wenigen Ausnahmen seien auch die Geschäfte an sich keine riesigen Einkaufszentren.

"Tübinger Ticket" - Stadt Deggendorf als weiterer Bewerber

Auch die Stadt Deggendorf hat sich gemeinsam mit der Stadt Plattling bei der Bayerischen Staatsregierung als Modellregion für das sogenannte "Tübinger Ticket" beworben. Oberbürgermeister Christian Moser (CSU) hat bereits am Dienstag einen entsprechenden Brief an Ministerpräsident Söder verfasst. Moser verweist darauf, dass die Inzidenz in Stadt und Landkreis Deggendorf bereits länger knapp über 100 ist und deswegen der Handel bislang geschlossen bleiben musste. Zusätzlich zum bestehenden Testzentrum auf dem Volksfestplatz am Stadtrand wolle die Deggendorfer Stadtverwaltung ein Schnelltestzentrum in der Innenstadt einrichten. So würden ideale Bedingungen für den Einkauf geschaffen.

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte am Dienstag angekündigt, nach Ostern in einem Modellprojekt zu testen, ob eine Öffnung des Handels mit einem strengen Schutzkonzept und einer Teststrategie trotz einer Inzidenz von über 100 möglich sein kann.

Auch Landkreis Landshut hebt die Hand

Auch der Landkreis Landshut will Modellregion in der Corona-Pandemie werden. Der Antrag liegt bereits dem Gesundheitsminister vor, heißt es aus dem Landratsamt. Das wäre der lang ersehnte Schritt zurück in die Normalität und die Möglichkeit für den Einzelhandel und die Gastronomie, dass ihre erprobten und ausgefeilten Hygienekonzepte nun doch zum Tragen kommen könnten, so das Landratsamt.

Die geforderten Testungen könnten laut einer Mitteilung erfüllt werden. Der Landkreis baut aktuell drei Schnellteststationen auf, bei denen bis zu 4.000 Tests täglich möglich sind. Diese Zahl könnte bei Bedarf erhöht werden. Landrat Peter Dreier nimmt aber auch die Hausärzte und Apotheken in die Pflicht. Gemeinsam könne man eine hervorragende, flächendeckende Testinfrastruktur aufbauen, so Dreier.

Auch Dingolfing-Landau bewirbt sich

Auch der Landkreis Dingolfing-Landau hat sich am Donnerstag als Modellregion in der Corona-Pandemie beworben. Nach Ansicht von Landrat Werner Bumeder treffen die Voraussetzungen bestens auf den Landkreis zu: Man sei als Industrielandkreis mit sehr vielen Ein- und Auspendlern mittendrin im Geschehen. Die Erkenntnisse könnten für ganz Niederbayern von großer Bedeutung sein, so der Landrat in einer Mitteilung. Seit 8. März liegt der Landkreiswert bei der Sieben-Tage-Inzidenz stabil zwischen 100 und 130. Mit der Teilnahme als Modellregion könnte man den Gewerbetreibenden, Schulen und Kindergärten sowie der Bevölkerung Perspektiven bieten, erklärt Bumeder. Die Argumente für den Landkreis Dingolfing-Landau als Modellregion hat er in einem Brief an Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsminister Klaus Holetschek zusammengefasst.

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