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Gegen die Landflucht will die bayerische Staatsregierung mit dem Modellprojekt "Landstadt Bayern" ankämpfen.

Bildrechte: BR/Herbert Ebner
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Projekt "Landstadt": Bayern will ländlichen Raum stärken

Das Leben auf dem Land erhalten – das ist das erklärte Ziel der bayerischen Staatsregierung. In einem Modellprojekt will der Freistaat nun zehn Kommunen dabei unterstützen, als Wohn- und Arbeitsort attraktiv zu bleiben.

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BR24  RedaktionBR24 Redaktion
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Seit Jahren ist die Landflucht in Bayern ein Problem: Immer mehr Menschen zieht es in die großen Städte wie München, Nürnberg oder Augsburg. Das hat zur Folge, dass viele Kommunen auf dem Land verwaisen. Die Staatsregierung will dem nun entgegenwirken und hat das Modellprojekt "Landstadt Bayern" ins Leben gerufen. Mit der Aktion sollen zehn kleinere Städte und Gemeinden im ganzen Freistaat Unterstützung erhalten, um als Wohn- und Arbeitsraum attraktiv zu bleiben.

Innovative Ideen sollen vorangetrieben werden

Mit dem Programm will Bayerns Bauminister Christian Bernreiter (CSU) die Entwicklung im ländlichen Raum bestärken und innovative Ideen in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Mobilität, Digitalisierung, Ökologie und Kultur voranbringen. Ziel ist es, das Beste aus Stadt und Land in neuen Quartieren zu verbinden, heißt es. Bei allen Planungen und Umsetzungen vor Ort sollen jeweils auch die Bürgerinnen und Bürger eng eingebunden werden, so das Staatsministerium.

Im Februar hatte das Ministerium deshalb alle bayerischen Städte und Gemeinden mit bis zu 100.000 Einwohnern aufgerufen, sich für das Projekt "Landstadt Bayern" zu bewerben. Bis zum 8. April seien zahlreiche Interessensbekundungen aus allen Regierungsbezirken Bayerns beim Bauministerium eingegangen, so die Behörde. Sowohl größere Städte als auch kleine Gemeinden hätten sich mit unterschiedlich großen Entwicklungsflächen und Projektideen beworben. Jetzt hat das Ministerium seine Entscheidung mitgeteilt.

Die ausgewählten Städte und Gemeinde im Überblick:

Oberbayern:

  • Stadt Landsberg (Landkreis Landsberg am Lech)
  • Stadt Dorfen (Landkreis Erding)

Niederbayern:

  • Stadt Geiselhöring (Landkreis Straubing-Bogen)
  • Gemeinde Spiegelau (Landkreis Freyung-Grafenau)

Schwaben:

  • Gemeinde Wildpoldsried (Landkreis Oberallgäu)

Mittelfranken:

  • Stadt Roth (Landkreis Roth)

Unterfranken:

  • Stadt Münnerstadt (Landkreis Bad Kissingen)

Oberfranken:

  • Markt Mainleus (Landkreis Kulmbach)

Oberpfalz:

  • Stadt Weiden
  • Gemeinde Neukirchen (Landkreis Amberg-Sulzbach)

Fachleute sollen Kommunen beraten

Ausgewählt wurden die Städte und Gemeinden durch ein Gremium unter Beteiligung des Städte- und Gemeindetags. Die Kommunen werden jetzt von Fachleuten beraten, wie man bestimmte Areale besonders sinnvoll gestalten kann, außerdem zahlt das Ministerium Fördergelder. Die Stadt Geiselhöring in Niederbayern plant beispielsweise auf einem Grundstück am Bahnhof innenstadtnahes Wohnen, Arbeiten und Einkaufen umzusetzen. Die Gemeinde Spiegelau im Landkreis Freyung-Grafenau plant ein neues Wohn- und Geschäftsquartier auf dem ehemaligen Sägewerksgelände mit dem Fokus auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Weiden und Neukirchen in der Oberpfalz arbeiten mit einem Schulgelände.

Im mittelfränkischen Roth soll das innenstadtnahe LEONI-Gelände umgebaut werden und einen Teil dazu beitragen, dass der Ballungsraum Nürnberg entlastet wird. Die Städte Landsberg am Lech und Dorfen in Oberbayern sollen mit kostengünstigem Wohnraum den Druck vom Ballungsraum München nehmen. In der Gemeinde Wildpoldsried in Schwaben soll das Konzept "Energiedorf" in den Bereichen Klima und Nachhaltigkeit weiterentwickelt werden.

Bernreiter: Ländlicher Raum bietet mehr Lebensqualität

Bauminister Bernreiter lobte das Projekt nach der Sitzung des des Auswahlgremiums. Die Städte und Gemeinden würden oft über wertvolle innerörtliche Flächen verfügen. "Viele Menschen zieht es aufs Land, weil sie dort mehr Lebensqualität finden und es mittlerweile kein Problem mehr ist, dies auch mit alternativen Arbeitsmodellen zu verbinden", so der Minister. Gerade die Corona-Pandemie hat zuletzt auch viel verändert – mobiles Arbeiten und Homeoffice haben sich in vielen Berufen durchgesetzt.

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