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In einigen Gebieten im Landkreis Cham herrscht akuter Mangel an Kinderärzten. Ein Modellprojekt soll jetzt Abhilfe schaffen. Man setzt auf junge Mediziner, die sich noch in der Facharztausbildung befinden. Das Pilotprojekt könnte bald Schule machen.

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Modellprojekt: Mit jungen Medizinern gegen Kinderarztmangel

In einigen Gebieten im Landkreis Cham herrscht akuter Mangel an Kinderärzten. Ein Modellprojekt soll jetzt Abhilfe schaffen. Man setzt auf junge Mediziner, die sich noch in der Facharztausbildung befinden. Das Pilotprojekt könnte bald Schule machen.

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Renate  RossbergerRenate Rossberger
BR24Redaktion  BR24Redaktion
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Der Landkreis Cham hat mit 91 Prozent eigentlich eine relativ gute Versorgung mit Kinderärzten. Das gilt aber nicht für die Städte Furth im Wald und Waldmünchen in unmittelbarer Nähe zur Grenze nach Tschechien. Seit dort vor rund zwei Jahren zwei Kinderarztpraxen aufhörten, konnte kein Nachfolger mehr gefunden werden - trotz vieler Anstrengungen.

30 Kilometer zum Kinderarzt

Betroffene Eltern müssen teilweise mehr als 30 Kilometer weit in andere Praxen nach Cham, Roding oder Bad Kötzting fahren. Dort bekommen sie dann kaum noch Termine. Laut Landratsamt Cham arbeiten die bestehenden Kinderarztpraxen "an der Kapazitätsgrenze".

Kinderarzt in der Hausarztpraxis

Das Modellprojekt setzt nun auf junge Mediziner, die sich noch in ihrer Facharztausbildung zum Kinderarzt befinden. Die in der Regel fünfjährige Facharztausbildung wird großteils in Kliniken absolviert, ein halbes Jahr arbeiten die Mediziner in einer Kinderarztpraxis. Dieses halbe Jahr kann aber auch in einer Hausarztpraxis absolviert werden, und das soll nun in den beiden Grenzstädten geschehen. Sie behandeln dort Kinder und Jugendliche und entlasten damit die Lage in der betroffenen Region. Für das Projekt wurde auch eine App entwickelt, mit der sich die angehenden Kinderärzte draußen in den Hausarztpraxen mit Ärzten der Klinik telemedizinisch beraten können, wenn ein Fall schwieriger oder spezieller ist.

Waldmünchen folgt

In Furth im Wald ist das Modellprojekt schon angelaufen, in einer Waldmünchener Hausarztpraxis beginnt es bald. Das Projekt ist eine Kooperation von Allgemeinarztpraxen mit der KinderUniklinik Ostbayern KUNO im Projekt "KUNOLand" und wird auch staatlich gefördert. Wenn es gut läuft, könnte es auch eine Lösung für andere Regionen in Bayern sein.

Minister zu Besuch

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek war am Freitag in Furth, um sich vor Ort zu informieren. Gemeinsam mit Landrat Franz Löffler (beide CSU) besuchte er die Gemeinschaftspraxis "Further Hausärzte", die an dem Projekt teilnimmt. Holetschek lobte die vom Landkreis Cham gemeinsam mit KUNO, der KinderUniklinikOstbayern in Regensburg, entwickelte Initiative als "zukunftsweisendes Projekt", das einen "Beitrag zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der pädiatrischen Versorgung der Region" leistet. Das Projekt könne durchaus ein Modell für unterversorgte ländliche Gebiete in ganz Bayern werden. Der Minister lobte auch, dass die Idee aus der Region gekommen war.

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Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek und der Chamer Landrat Franz Löffler (beide CSU) informieren sich über eine speziell entwickelte App

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