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Im Augsburger Maximilianmuseum eröffnet die Mode-Ausstellung "Dressed for Succes".

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Mode, Mode, Mode: Drei neue Ausstellungen in Augsburg

Kulturfans in und um Augsburg haben sehnsüchtig darauf gewartet: Die Museen öffnen nach monatelanger Pause wieder. Gleich drei Ausstellungen widmen sich dem Thema Mode – ein Kontrastprogramm zum im Homeoffice verbreiteten Jogginghosen-Look.

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Von
  • Barbara Leinfelder
  • Johanna Kempter

"Um angemessene Kleidung wird gebeten": So lautet der Titel der neuen Ausstellung im Augsburger Schaezlerpalais. Gezeigt wird Mode im Wandel der Zeit von 1770 bis heute: vom Ballkleid mit Reifrock bis hin zum "Kleinen Schwarzen", das Filmschauspielerin Sophia Loren tatsächlich getragen hat. Kuratorin Julia Quandt kommt beim Anblick des Modells von Christian Dior ins Schwärmen und ist sich sicher: "Das dürfte ein Publikumsliebling werden!"

Schaezlerpalais: Geschichten hinter der Mode

Aber es gibt nicht nur etwas für die Augen: Die Sammlung des Trierer Textildesigners Ralf Schmitt erzählt auch "großartige Geschichten", sagt Christof Trepesch, der Leiter der Augsburger Kunstsammlungen. "Wir versuchen, diese Geschichten wiederzugeben." Besucherinnen und Besucher erfahren zum Beispiel, warum manche Frauen in schwarzen Kleidern heiraten mussten. Die Kleider, Schuhe, Mäntel und Capes sind ein Spiegel ihrer Zeit: Sie geben Einblick in die gesellschaftliche Ordnung, spiegeln aber auch die Versuche ihrer Trägerin oder ihres Trägers, aus den Konventionen auszubrechen.

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"Um angemessene Kleidung wird gebeten": So lautet der Titel der neuen Ausstellung im Augsburger Schaezlerpalais. Gezeigt wird Mode im Wandel der Zeit von 1770 bis heute.

Augsburgs "erster Modeblogger" im Maximilianmuseum

Auch das Maximilianmuseum widmet sich dem Thema Mode: "Dressed for Success" heißt die Schau, die sich um ein Modetagebuch aus dem 16. Jahrhundert dreht. Geführt hat es der Augsburger Matthäus Schwarz. Über Jahre hinweg hat er seine wechselnden Garderoben in feinen Zeichnungen festhalten lassen. Damit war er wohl so etwas wie der "erste Modeblogger" seiner Zeit – und sein Modetagebuch "ein einzigartiges kulturhistorisches Dokument", wie es Christoph Emmendörffer, der Leiter des Maxmuseums, ausdrückt. Aus konservatorischen Gründen wird das "klaidungsbuechlin", das nur so groß ist wie ein Smartphone, wohl zum letztem Mal öffentlich gezeigt.

Höhmannhaus: weltberühmter Baumwolldruck

Die dritte Schau widmet sich dem Augsburger Unternehmer Johann Heinrich Schüle. Mit der Schüleschen Kattunfabrik hat er im 18. Jahrhundert den Baumwolldruck bekannt gemacht und Industriegeschichte geschrieben. Der in Schüles Unternehmen produzierte Stoff namens "Augsburger Zitz" genoss Weltruf. Heute erinnert an den erfolgreichen Unternehmer die Schülestraße, von der Kattunfabrik steht nur noch der Ostteil mit der denkmalgeschützten Fassade. In dem Bau befinden sich Räume der Hochschule Augsburg. Die Ausstellung "Johann Heinrich Schüle – Mit Baumwolldruck zum Erfolg" ist ab Freitag im Grafischen Kabinett im Höhmannhaus zu sehen.

Corona-Regeln für Museumsbesuche

Wer die Ausstellungen oder auch andere Museen in Augsburg besuchen will, muss vorab im Internet einen Termin vereinbaren. In den Häusern gelten FFP2-Maskenpflicht und die üblichen Corona-Hygieneregeln. Trotz der Auflagen zeigt sich der städtische Kulturreferent Jürgen Enninger erleichtert, dass die Museen wieder öffnen können. "Wir mussten einfach wieder aufmachen, in der Verantwortung für die Kultur", so Enninger. Kultur sei Erbauung im besten Wortsinne und erhöhe die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft.

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