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Funkloch-App beim Test in Kreuzthal
© BR/Florian Regensburger

Autoren

Beate Mangold
Florian Regensburger
© BR/Florian Regensburger

Funkloch-App beim Test in Kreuzthal

Kreuzthal ist ein kleines Dorf, das zu Buchenberg im Oberallgäu gehört. Gerade mal 350 Einwohner hat der Ort, und wer hier ins Gasthaus Kreuz kommt, hört gerade im Sommer von so manchem Wanderer eine Frage: Warum gibt es hier kein Handynetz?

Funklock in Kreuzthal bewahrenswert?

Wirt Klaus Dudeck kennt die Stimmung. Die Wanderer machen sich ohne Netz Sorgen, dass ihnen etwas passieren könnte, und auch die Gäste am Stammtisch sind eigentlich alle dafür, dass Kreuzthal endlich Netz bekommt. Doch selbst Telefonieren mit dem Handy ist hier unmöglich – ans Videoschauen ist gar nicht zu denken. Manch einer ist aber auch ganz zufrieden mit der Situation. Susanne Eisele vom Adelegg-Verein hält den weißen Fleck Kreuzthal sogar für bewahrenswert.

"Man sollte schon mal Fürsorge und Vorsorge für die Menschen schaffen, die sich jetzt schon durch Elektrosmog krank und elend fühlen, die Menschen, die nicht immer erreichbar sein wollen." Susanne Eisele

Telekom plant vorerst wohl keinen neuen Funkmast

Auch Bürgermeister Toni Barth weiß, dass mancher die strahlungsfreie Zone Kreuzthal schätzt. Allerdings sei ein Großteil der Bevölkerung nicht begeistert. Gerade die jungen Leute hätten doch gern einen geregelten Mobilfunkempfang, so Barth.

Wenigstens die Festnetz-Versorgung ist in Kreuzthal gut ausgebaut. Anfragen an die Telekom nach neuen Funkmasten blieben aber bislang ohne konkretes Ergebnis – es lohnt sich wohl nicht, in dem Oberallgäuer 350-Seelen-Dorf, vermutet Bürgermeister Barth.

Digitalfunkmast könnte für Mobilfunk genutzt werden

Doch er hat einen Plan. An einem Digitalfunkmasten auf dem nahe gelegenen Hohen Kapf könnte eine Mobilfunkantenne nachgerüstet werden. So könnte man vergleichsweise kostengünstig Netz nach Kreuzthal bringen.

"Diesen Digitalfunkmasten könnte die Deutsche Telekom anmieten, eine Sendeanlage aufbauen und dann ins Eschachtal und in die Ortsmitte nach Kreuzthal senden." Toni Barth, Bürgermeister von Kreuzthal

Etwa die Hälfte Kreuzthals könnte von diesem Digitalfunkmasten abgedeckt werden. Ein bisschen strahlungsfreie Zone bliebe also übrig.