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Mobilfunkmast mit Brennstoffzelle soll gegen Funkloch helfen | BR24

© Nathalie Bachmann/BR-Mainfranken

Im Dettelbacher Ortsteil Euerfeld im Landkreis Kitzingen hat die Deutsche Telekom einen neuen Mobilfunkmast in Betrieb genommen. Das Besondere: Er läuft dauerhaft mit einer Brennstoffzelle - und wird somit CO2-neutral mit Strom versorgt.

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Mobilfunkmast mit Brennstoffzelle soll gegen Funkloch helfen

Im Dettelbacher Ortsteil Euerfeld im Landkreis Kitzingen hat die Deutsche Telekom einen neuen Mobilfunkmast in Betrieb genommen. Das Besondere: Er läuft dauerhaft mit einer Brennstoffzelle – und wird somit CO2-neutral mit Strom versorgt.

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Vor allem auf dem Land klagen viele Menschen über schlechtes Mobilfunknetz. So geht es auch den Bewohnern der Dettelbacher Ortsteile wie Euerfeld. Nun hat die Telekom dort einen neuen Mobilfunkmast errichtet. Was dabei einmalig sein dürfte: Der Mast ist mobil und wird mithilfe einer Brennstoffzelle betrieben. Er soll zunächst vorübergehend das Funkloch bei Euerfeld schließen, das relativ ungünstig in einer Senke liegt. Sobald der endgültige Mast steht, kann der mobile an einem anderen Ort eingesetzt werden.

Alternative zu Diesel-Generatoren

Laut eines Telekom-Sprechers werden Mobilfunkmasten an abgelegenen Stellen normalerweise mit Dieselgeneratoren betrieben. Das Problem: Die Maschinen verursachen Lärm und Vibrationen. Sie sind wartungsintensiv. Die Betreiber müssen die Masten alle zwei Wochen mit Treibstoff und Schmieröl versorgen. Die Brennstoffzelle hingegen, die nun in Euerfeld zum Einsatz kommt, soll praktisch wartungsfrei sein. Entwickelt wurde sie von der Firma Hyref aus Nordrhein-Westfalen.

Mobilfunkmast läuft mit Bio-Methanol

Und so funktioniert das System in Dettelbach: Ein großer Tank fasst rund 3.000 Liter Bio-Methanol, das aus Biomasse erzeugt wird. Das Bio-Methanol verdampft. Dabei entsteht ein Gas, das an einem Katalysator reagiert. Der Wasserstoff im Methanol wird gelöst. In der eigentlichen Brennstoffzelle reagiert der Wasserstoff dann mit dem Sauerstoff aus der Luft. Dabei entstehen Wärme, Wasser und vor allem der Strom, den die Mobilfunk-Anlage für ihren Betrieb braucht. Mit dem 3.000 Liter-Tank kann der Mast fast ein dreiviertel Jahr lang im Dauerbetrieb laufen – geräuschlos und umweltverträglich, so die Betreiber.

Technologie könnte Mobilfunkversorgung garantieren

Die Technologie könnte zukunftsweisend sein, weil Strom damit unabhängig vom Standort jederzeit bereitgestellt werden kann, so die Telekom. Wichtig ist das gerade im Hinblick auf die Forderung der Regierung, eine flächendeckende Mobilfunkversorgung entlang der Autobahnen und im ländlichen Raum sicherzustellen. Gerade dort sei die Anbindung mit Strom laut Telekom immer wieder ein Problem und Kostentreiber. "Mobilfunk-Standorte, die mit Brennstoff-Zellen betrieben werden, könnten in Zukunft einen Beitrag leisten, in entlegenen Gebieten Funklöcher noch besser und schneller zu schließen", heißt es bei der Telekom.