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Mobilfunk an Autobahnen: "Eigentlich katastrophal" | BR24

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Bis zum Jahresende soll es keine Funklöcher mehr an den bayerischen Autobahnen geben. Nun hat das Wirtschaftsministerium die Abdeckung messen lassen - und ist mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Die meisten Lücken gibt es in Franken und Schwaben.

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Mobilfunk an Autobahnen: "Eigentlich katastrophal"

Bis zum Jahresende soll es keine Funklöcher mehr an den bayerischen Autobahnen geben. Nun hat das Wirtschaftsministerium die Abdeckung messen lassen - und ist mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Die meisten Lücken gibt es in Franken und Schwaben.

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Entlang der bayerischen Autobahnen gibt es weiterhin zu viele Funklöcher - das geht aus einer Analyse des bayerischen Wirtschaftsministeriums hervor. Demnach liegt die Telekom mit bislang 98 Prozent Netzabdeckung an den Autobahnen vorne, dahinter folgen Vodafone mit 93 Prozent und Telefonica mit lediglich 71 Prozent. Die meisten Mobilfunk-Löcher gibt es laut der Auswertung entlang der Autobahnen in Schwaben, Unter- und Oberfranken.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) nannte den Telefonica-Wert von 71 Prozent bei der Vorstellung der Messergebnisse "eigentlich katastrophal". Für den Anbieter werde es schwer, bis Jahresende die 700 fehlenden Kilometer abzudecken. Aber auch die die fehlenden zwei Prozent bei der Telekom seien zu viel. "Hundert Prozent sind versprochen", betonte Aiwanger. Die Anbieter hätten dafür jetzt noch drei Monate Zeit.

Eine Telefonica-Sprecherin erklärte am Dienstag, man habe die Ergebnisse zur Kenntnis genommen und werde sie nun prüfen. "Grundsätzlich gilt aber, dass sich diese Messungen auf die Autobahnen beziehen und keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die gesamte Versorgung in Bayern zulassen." Den eigenen Messungen zufolge stehe man entlang der bayerischen Autobahnen aktuell bei 87 Prozent. Zudem treibe man den LTE-Ausbau seit vergangenem Jahr "vor allem in der Fläche massiv voran".

"Im Januar ist Schluss mit lustig"

Tatsächlich haben die Mobilfunkanbieter bereits 2015 mit der Bundesnetzagentur vereinbart, dass bis Ende 2019 entlang der Autobahnen in Deutschland flächendeckend ein 4G-Netz zur Verfügung stellen soll. Sollte das nicht gelingen will Aiwanger laut eigenen Worten auf Vertragsstrafen drängen. "Im Januar ist Schluss mit lustig", sagte der Wirtschaftsminister.

Bereits vor der Vorstellung der Mess-Ergebnisse hatte Aiwanger erklärt: Sollte ein Landkreis die Bürokratie nicht schnell genug abwickeln, werde er persönlich beim Landrat vorstellig. "Es soll nicht an der Bürokratie hängen." Stattdessen müssten die Mobilfunkanbieter liefern.

Hagen fordert überall besseres Netz

Bayerns FDP-Fraktionschef Martin Hagen hält Vertragsstrafen im Zweifel ebenfalls für nötig. Allerdings braucht es ihm zufolge nicht nur an Autobahnen, sondern flächendeckend in Bayern eine bessere Netzabdeckung. Die Freien Wähler müssten nun ihrem Versprechen nachkommen und den Mobilfunk-Ausbau zur Staatsaufgabe erklären – ohne dabei die Kommunen zu belasten.

Wirtschaftsminister Aiwanger verweist wiederum auf das Mobilfunk-Förderprogramm der Staatsregierung. Damit können sich die Gemeinden finanzielle Zuschüsse für die Aufstellung von Mobilfunkmasten sichern. Aiwanger versicherte, er werde nun persönlich die 500 Gemeinden ansprechen, die als "weiße Flecken" gelten und sich bisher noch nicht für das Förderprogramm gemeldet haben.

Nächste Messung: Empfang an ICE-Strecken

Im Wirtschaftsministerium plant man derweil schon die nächste Messung der Mobilfunkabdeckung - und zwar entlang der ICE-Strecken in Bayern. Auch hierfür haben die Mobilfunkanbieter mit der Bundesnetzagentur eine flächendeckende 4G-Abdeckung bis Ende des Jahres vereinbart, erklärte Aiwanger. Es sei "nervig", wenn man im Zug telefonieren oder arbeiten wolle - und dann fahre man kilometerweit ohne Netzabdeckung.

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Das Ziel des Wirtschaftsministeriums war eigentlich: Keine Funklöcher mehr auf bayerischen Autobahnen. Bis Jahresende sollte das umgesetzt sein. Doch jetzt muss Minister Aiwanger einräumen, dass Verzögerungen drohen.