Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Mobil im Alter – ein Kleinbus fürs Dorf | BR24

© BR/Rupert Waldmüller

Wer im Alter mobil bleiben will, hat vor allem auf dem Land Probleme. Denn dort fährt nur selten ein Bus in den nächsten Ort. In Wald haben sich Ehrenamtliche deshalb zusammengetan und helfen den Senioren.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Mobil im Alter – ein Kleinbus fürs Dorf

Wie können Senioren von A nach B kommen und an Veranstaltungen teilnehmen? Diese Frage stellt sich vor allem auf dem Land. Ein Verein in Wald im Ostallgäu organisiert dafür ehrenamtlich einen Bus.

Per Mail sharen
Teilen

Er ist nicht ganz neu, dunkelrot und wenn er voll ist, herrscht meistens gute Laune – der Kleinbus des Vereins "MIR Walder". Der Verein in der 1.100-Einwohner-Gemeinde Wald im Ostallgäu hat sich den gebrauchten Bus mit einem klaren Ziel angeschafft: Die Senioren der Gemeinde sollen einfach und für wenig Geld am Dorfleben teilhaben können.

Ehemaliger Bürgermeister als ehrenamtlicher Busfahrer

Einen der Fahrer kennen viele Fahrgäste des Walder-Mobils gut. Josef Ampßler ist der ehemalige Bürgermeister von Wald und macht inzwischen als ehrenamtlicher Fahrer Rundtouren mit dem Kleinbus. Dann sammelt er zum Beispiel die Teilnehmer der Senioren-Bürgerversammlung auf. 21 Weiler muss Ampßler dafür abfahren, denn die Gemeindeteile von Wald sind weit verstreut.

Aus dem hintersten Eck zum Arzt und Einkaufen

Gegen einen kleinen Obolus kommen auch die Bewohner aus den hinteren Ecken Walds nun zum Senioren-Nachmittag, zur Kirche, zum Frühschoppen oder zum Arzt. Die 92-jährige Theresie Kramer nutzt das "MIR Walder"-Mobil regelmäßig, denn ihr Mann fährt kein Auto mehr und in ihren Weiler kommt auch kein Bus. Für sie ist das Mobil eine gute Möglichkeit, um zum Arzt oder zum Einkaufen zu kommen – und gegen die Einsamkeit.

Seniorenbus gegen die Einsamkeit

Denn je voller der Bus wird, desto ausgelassener wird auch die Stimmung. Durch den Bus bekommen die Senioren wieder Kontakt zum Leben im Dorf. Gerade für verwitwete Menschen, die vielleicht auch keine Kinder in der Umgebung haben, ist die Gefahr groß, zu vereinsamen, meint die Walder Seniorenbeauftragte Ingeborg Raff. Der Bus ist deshalb auch ein Mittel, um dem vorzubeugen.

Fragt man Fahrgast Max Hartmann, dann hat das "MIR Walder"-Mobil aber auch noch einen ganz anderen praktischen Vorteil: Beim Frühschoppen muss er jetzt nicht mehr drüber nachdenken, wie er nach ein paar Halben nach Hause kommt.