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Mobbing mit falscher Todesanzeige - Schulleitung entsetzt | BR24

© BR/Judith Zacher

Drohungen, Pornolinks, Hacking und eine falsche Todesanzeige, die Polizei ermittelt in einem Fall von Cyber-Mobbing an der Maria-Stern-Realschule in Nördlingen. Schulleiter Thomas Möckel ist entsetzt, dass es trotz Prävention so weit kommen konnte.

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Mobbing mit falscher Todesanzeige - Schulleitung entsetzt

Drohungen, Pornolinks, Hacking und eine falsche Todesanzeige: Die Polizei ermittelt in einem Fall von Cyber-Mobbing an der Maria-Stern-Realschule in Nördlingen. Die Schulleitung ist entsetzt darüber, dass es trotz Prävention so weit kommen konnte.

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Der Mobbing-Fall im schwäbischen Nördlingen sorgt für Bestürzung: "So einen Fall hatten wir noch nie", erklärte Schulwerksleiter Peter Kosak am Nachmittag bei einer Pressekonferenz. Er sei sprachlos über die "einzigartige kriminelle Energie, mit der seit Wochen vorgegangen wird".

An der Maria-Stern-Realschule in Nördlingen ist monatelanges Cybermobbing laut Polizei eskaliert: In der Augsburger Allgemeinen erschien eine falsche Traueranzeige, in der der angebliche Tod eines 13 Jahre alten Schülers mitgeteilt wurde. Nach den bisherigen Ermittlungen soll ein 14 Jahre alter Mitschüler die Anzeige aufgegeben haben.

Schulleiter: Falsche Todesanzeige "Riesenlast" für Schule

Schulleiter Thomas Möckel sagte, der vergangene Freitag, an dem die falsche Todesanzeige in der Zeitung abgedruckt war, habe eine besondere Herausforderung und "Riesenlast" für die Schule dargestellt. Er habe die Mutter des betroffenen Jungen am Freitagmorgen sofort angerufen und von der Todesanzeige berichtet, in der Schule habe man eine Durchsage gemacht. Das Elternhaus des Buben, so Möckel, habe sehr besonnen reagiert.

Beim Lesen der Todesanzeige am Morgen sei er schon fest davon überzeugt gewesen, dass es sich um einen "Fake" handeln müsse, sagte Möckel, der veröffentlichte Spruch sei einer gewesen, der nur auf alte Menschen passe, Tag und Datum der Trauerfeier hätten nicht zusammengepasst.

Mobbing trotz Prävention in Nördlingen

Schulleiter Thomas Möckel betonte, man habe präventiv alles getan, was in der Macht der Schule stehe. Für die Opfer hätten in den vergangenen Wochen eine Schulpsychologin, eine Schulsozialarbeiterin und er selbst immer zur Verfügung gestanden. Möckel sagte, er habe stetig den Kontakt zu Schülern, Eltern und Polizei gesucht.

Aufgrund der aktuellen Geschehnisse hätten zwei Elternpaare ihre Kinder heute Morgen daheim gelassen. Möckel betont jedoch, er gehe wie die Polizei davon aus, dass es hier keine Bedrohung für andere Schüler gebe.

Die Polizei hat nach der Veröffentlichung der Todesanzeige am Freitag die Wohnung des verdächtigen 14-Jährigen durchsucht. Dort stellten die Kripo-Beamten unter anderem Handys und einen Laptop sicher. Die Daten der Geräte werden jetzt ausgewertet.

Aufwändige Ermittlungen zu Cybermobbing an der Realschule

Die falsche Todesanzeige über den 13-jährigen Schüler ist am 13. Dezember in der Augsburger Allgemeinen erschienen. Die Polizei hat bestätigt, dass diese Anzeige im Zusammenhang mit den jüngsten Cyber-Mobbing-Fällen an der Maria-Stern-Realschule in Nördlingen steht.

Laut Polizei sind die Ermittlungen dazu noch nicht abgeschlossen und werden auch noch eine "geraume Zeit in Anspruch nehmen". Unbekannte hatten an der Schule über Schul-E-Mail-Adressen Drohungen ausgesprochen und Porno-Links verschickt. Außerdem waren auf den Namen der Schüler und mit fremden Bankdaten Handyverträge abgeschlossen und Reisen gebucht worden.

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Einen besonders schweren Fall von Cyber-Mobbing hat es an einer Realschule im schwäbischen Nördlingen gegeben. Trauriger Höhepunkt war eine gefälschte Todesanzeige in der "Augsburger Allgemeinen". Die Polizei hat einen 14-Jährigen im Verdacht.

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Anti-Mobbing-Trainer Jörg Kabierske