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Feiern in der Grauzone: Wenn Privatpartys öffentlich werden | BR24

© BR/ Zara Kroiß

Feiern sind derzeit erlaubt, wenn auch beschränkt auf Privatveranstaltungen und unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Wenn aus einer privaten eine öffentliche Party entsteht, ist das nicht mehr legal. Ein Regensburger Clubbesitzer äußert sich.

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Feiern in der Grauzone: Wenn Privatpartys öffentlich werden

Diskotheken und Clubs sind derzeit dicht. Trotz Corona darf aber im privaten Rahmen unter Auflagen gefeiert werden. Doch immer wieder werden aus privaten plötzlich öffentliche Partys. Für die Polizei sind solche Events nur schwer zu kontrollieren.

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Die Clubs in Bayern haben Corona-bedingt geschlossen - private Feiern sind hingegen erlaubt. Doch wenn sich aus vermeintlichen Privatveranstaltungen plötzlich öffentliche Events entwickeln, wird die Sache schwierig.

Deutlich mehr Ruhestörungen als im Vorjahr

Etwa, wenn Privatpersonen eine Feier veranstalten und dafür Eintritt verlangen. Womöglich wird für das Event vorher sogar noch in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram geworben. Doch diese Veranstaltungen sind laut Polizei schwierig zu kontrollieren.

Auch habe man keine Erkenntnisse darüber, wie häufig bei solchen "privaten Feiern" gegen Corona-Regeln verstoßen werde, da dies nicht so leicht einsehbar sei. Allerdings habe sich die Anzahl der Ruhestörungen binnen neun Monaten, im Vergleich zum Vorjahr, um ein Drittel erhöht.

Clubbetreiber zeigt Verständnis

Der Regensburger Clubbesitzer Andreas Schaffner veranstaltet derzeit keine Partys. Sein Club hat bereits seit sieben Monaten geschlossen. "Ich kann jeden Diskotheken- oder Clubbetreiber verstehen, der das macht, wir stehen alle mit dem Rücken zur Wand, der eine mehr, der andere weniger", so Schaffner gegenüber dem BR. Er könne sich vorstellen, dass es Leute seien, die einfach nichts mehr zu verlieren hätten. "Die denken sich dann wahrscheinlich, 'ich muss das jetzt machen, sonst bin ich komplett ruiniert auf Ewigkeiten'." Er fordert ein "sinnvolles" Hygienekonzept für Diskotheken von der Politik.

DJ Pierre van Hooven: "Junge Leute sind ausgehungert"

Für Menschen aus der Club-Szene wie den Regensburger DJ Pierre van Hooven ist die Situation gerade ebenfalls schwierig. Er darf zurzeit keine öffentlichen Partys veranstalten, trotzdem erreichen ihn täglich Anfragen. "Ich bekomme regelmäßig Nachrichten auf meinen sozialen Kanälen, wann es denn endlich wieder losgeht und wann man wieder feiern kann", so van Hooven. "Ich freue mich, sobald wir endlich wieder loslegen dürfen. Die jungen Leute sind wirklich ausgehungert."

Bei Verstoß mindestens 5.000 Euro Bußgeld

Derzeit dürfen bei Privatveranstaltungen oder -feiern in Bayern bis zu 100 Menschen in einem Raum zusammenkommen. Diese Regelung gilt allerdings nur, wenn der Corona-Signalwert nicht überschritten wird. Verstöße gegen diese Regelung werden mit einem Bußgeld von mindestens 5.000 Euro geahndet.

Enge Räume mit "Partyvolk" als Risiko

Wie gefährlich sind solche Partys wirklich? Dr. Konstantin Drexler, Assistenzarzt am Universitätsklinikum in Regensburg, hat drei Monate auf der Corona-Isolierstation gearbeitet und sieht das Corona-Risiko bei Partys in Clubs als gegeben. "Im Gegensatz zu einer privaten Veranstaltung sind im Club nicht alle Leute mit einer Person in irgendeiner Form in Verbindung, so ist eine Nachverfolgung sehr viel schwieriger", sagt Drexler. "Zugleich bewegen sich im Club die Leute viel mehr als bei einem Fest, bei dem man auch mal sitzt. Somit kann ein positiv getesteter Corona-Fall viel schneller viel mehr Leute anstecken."

© BR/ Meike Föckersperger

Feiern sind derzeit erlaubt, wenn auch beschränkt auf Privatveranstaltungen und unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Wenn aus einer privaten eine öffentliche Party entsteht, ist das nicht mehr legal.

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Clubbesitzer Andreas Schaffner im geschlossenen "Beats Club" in Regensburg.

© BR/Meike Föckersperger

Putzmittel vor leerer Tanzfläche im "Beats Club" in Regensburg.

© BR/ Meike Föckersperger

Diskokugel über leerer Tanzfläche im "Beats Club" in Regensburg.

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