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Mittelfranken-CSU fordert Ausbau des Regionalbahn-Verkehrs | BR24

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Die CSU-Mittelfranken fordert umfangreiche Verbesserungen im regionalen Bahnverkehr. Auf einem virtuellen Bezirksparteitag wurde ein entsprechender Leitantrag in dem der Ausbau des S-Bahn-Netzes Nürnberg gefordert wird.

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Mittelfranken-CSU fordert Ausbau des Regionalbahn-Verkehrs

Die CSU-Mittelfranken fordert umfangreiche Verbesserungen im regionalen Bahnverkehr. Auf einem virtuellen Bezirksparteitag wurde ein entsprechender Leitantrag beschlossen. Zu den Hauptforderungen zählt ein Ausbau des S-Bahn-Netzes Nürnberg.

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Von
  • Stanislaus Kossakowski

Vor allem im westlichen Mittelfranken müsse das S-Bahn-Netz erweitert werden, fordert die CSU. Vordringlich mit dem drei-gleisigen Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen Siegelsdorf und Fürth. Er sei ein "elementares Projekt für die Region", heißt es im Leitantrag "Zukunft Schiene". Außerdem solle die S4 baldmöglichst einen durchgängigen 20-Minuten-Takt bekommen.

Tempo beim leidigen Thema „Fürther S-Bahn-Verschwenk“

Für das Nadelöhr der Region, den Gleis-Engpass zwischen Fürth und Erlangen-Eltersdorf, müsse beschleunigt eine Zwischenlösung gefunden werden. Die solle solange aushelfen, bis eine gerichtsfeste Variante des Fürther S-Bahn-Verschwenks gebaut werden könne. Immerhin befinde sich das besagte Teilstück mitten auf der Strecke zwischen Nürnberg und Erlangen, die "das höchste Fahrgastaufkommen des gesamten S-Bahn-Netzes Nürnberg“ aufweise", mahnen Mittelfrankens Christsoziale.

Pannen-Linie Gräfenbergbahn braucht technisch stabile Trasse

Eine weitere dringende Forderung: Die seit Jahren von Ausfällen geplagte Gräfenbergbahn im Kreis Erlangen-Höchstadt soll eine stabile Schieneninfrastruktur bekommen. Darüber hinaus sollen die Bahnhöfe in Gunzenhausen und Weißenburg priorisiert barrierefrei ausgebaut werden. Es sind noch etliche Bahnbau-Projekte mehr, die der CSU-Bezirksverband in seinem Leitantrag fordert. Darunter auch eine Teststrecke für Lokomotiven mit Wasserstoff- oder Akku-Antrieb.

Leitantrag „Zukunft Schiene“ wird vor allem wirtschaftlich begründet

Der Großteil der Forderungen wird im Leitantrag mit wirtschaftlicher Notwendigkeit begründet. Klimaschutz wird nur marginal als Argument genannt. Zum Thema Straßenverkehr erklärte CSU-Bezirks-Chef Joachim Herrmann: "Wir wollen weiter auf ein maßvolles Wachstum setzen."

Forderungen richten sich überwiegend an CSU-Parteifreunde

Die Forderungen richten sich politisch an Kommunalparlamente, den Landtag und den Bundestag. Zugleich aber auch an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und an die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer – beide von der CSU. Der Vorsitzende des mittelfränkischen CSU-Bezirksverbands Joachim Herrmann war viele Jahre selbst für das Verkehrsressort zuständig. Er rief die Parteitags-Teilnehmer auf, in den Ausschüssen, Parlamenten und Ministerien für eine Durchsetzung der Forderungen zu kämpfen.

Corona: CSU-Chef Söder verteidigte Teil-Lockdown

Parteichef Markus Söder sprach ein Grußwort, in dem er auf den zu Monatsbeginn verordneten Teil-Lockdown einging. Er rief dazu auf, sich in der Coronakrise auch Mut zu machen, nicht nur zu klagen, "sondern auch mal ein liebes Wort zu Jemandem zu sagen". Insgesamt verteidigte und begründete Söder die neuen Corona-Schutzmaßnahmen. Bei der Auswahl der Beschränkungen sei der Aufrechterhaltung von Arbeit, Schule und Kindertagesstätten bewusst Priorität eingeräumt worden. Dass dies auf Kosten des Freizeitbereichs gehe, sei "sehr schwer gefallen", räumte Söder ein.

Söder will sich für Gastronomie-Hilfen einsetzen

Wer am Nutzen der Gastronomieschließung zweifle, dem sage er, es gebe weder den Beweis, dass Infektionen in der Gastronomie stattgefunden haben, noch dass keine stattgefunden haben. Söder verwies darauf, dass Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) weitere Hilfen für die Branche beschließen wolle. An die Regierungskoalition in Berlin richtete der CSU-Chef die Forderung: "Ich kann nur sagen: So schnell wie möglich und so klar wie möglich. Und bitte dazu keine Tricksereien machen mit irgendwelchen Abschlägen."

Mittelfränkischer Parteitag wurde von München aus geleitet

Am ersten virtuell durchgeführten Bezirksparteitag der Mittelfranken-CSU haben nach Parteiangaben 111 Delegierte teilgenommen. Insgesamt hätten sich mehrere hundert Menschen aufgeschaltet. Bezirksverbands-Chef Herrmann zeigte sich mit dem inhaltlichen und technischen Verlauf des Parteitreffens zufrieden. Der Leitantrag für den Regionalbahnverkehr wurde mit großer Mehrheit in einer digitalen Abstimmung verabschiedet. Herrmann erklärte: Er habe niemals gedacht, dass er einmal einen Parteitag der CSU Mittelfranken aus München führen würde, erklärte er. Die öffentliche Schaltkonferenz ist in der Parteizentrale in der Landeshauptstadt aufgebaut worden.