BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa-Bildfunk/Michael Kappeler
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler

Armin Laschet ist neuer Vorsitzender der CDU

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Mittelfränkische CSU-Basis: Merz war eher Wunschkandidat

Manche CSU-Mitglieder sind enttäuscht: Sie haben sich mit Friedrich Merz ein neues und klareres Profil in der Schwesterpartei gewünscht. Die Chancen von Söder auf die Kanzlerkandidatur sind laut CSU-Basis gestiegen. Reaktionen aus Mittelfranken.

3
Per Mail sharen
Von
  • Tanja Oppelt

Johannes Schneider, stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender im Landkreis Ansbach, macht keinen Hehl daraus: Armin Laschet war nicht sein Wunschkandidat für den CDU-Parteivorsitz. Er sei ein Fan von Friedrich Merz, bekennt Schneider.

Merz: Klare Kante aber zu große Polarisierung

Er findet gut, dass Merz inhaltlich klare Kante zeigt und sich positioniert. Schneider gibt aber auch zu, dass Merz möglicherweise zu sehr polarisiert hat. Der CSU-Politiker aus Großharbach bei Rothenburg ob der Tauber traut Armin Laschet durchaus zu, die CDU jetzt zusammenführen zu können. Bernd Eckstein aus Altdorf wirkt dagegen enttäuscht. Auch der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende im Nürnberger Land hatte auf Friedrich Merz gesetzt. Er glaubt, dass Merz Favorit bei der Parteibasis gewesen sei. "Aber die Delegierten sind halt nicht die Basis, und die entscheiden nach anderen Kriterien", so der CSU-Politiker aus Altdorf.

Laschet steht für 'Weiter so'

Das Kriterium hieß offenbar: Weiter so. Die CDU habe mit Armin Laschet auf Kontinuität gesetzt, so Eckstein, keine Kursänderung nach Angela Merkel. CSU-Mann Eckstein meldet zumindest Zweifel an, ob das der richtige Weg sei.

"Die CDU braucht einen Neuanfang, eine Aufbruchstimmung. Das hätte Merz eher bewirken können. Ich finde nicht, dass die CDU mit Wahlergebnissen um die 30 Prozent zufrieden sein sollte." Bernd Eckstein, stellvertretender CSU-Kreisvorsitzender Nürnberger Land

Wunsch nach Ruhe und Sacharbeit

Das sieht CSU-Frau Alexandra Wunderlich, Kreisvorsitzende in Erlangen, ganz anders. Sie sei mit dem neuen CDU-Vorsitzenden Laschet sehr zufrieden, sagt sie. Unter ihm könne sich die CDU jetzt wieder den Inhalten und Sachfragen zuwenden. Mit Laschet habe der Leiseste der Kandidaten gewonnen, so Wunderlich weiter. Sie habe ihn im persönlichen Kontakt als "nahbar und sympathisch" erlebt.

Söders Chancen auf Kanzlerkandidatur gestiegen

In einem sind sich die drei CSU-Politiker einig. Die Chancen für Markus Söder, Kanzlerkandidat zu werden – falls er einen Anspruch darauf anmeldet – seien gestiegen. Ein CDU-Chef Merz hätte die Kanzlerkandidatur wohl für sich beansprucht, Armin Laschet sei zurückhaltender. Der neue CDU-Vorsitzende hatte vor wenigen Tagen angekündigt, wenn er Partei-Chef sei, werde er "offen" mit Söder und der CSU über das Thema Kanzlerkandidatur reden.

© BR
Bildrechte: picture-alliance/dpa

Manche CSU-Mitglieder sind enttäuscht: Sie haben sich mit Friedrich Merz ein neues und klareres Profil in der Schwesterpartei gewünscht. Die Chancen von Söder auf die Kanzlerkandidatur sind laut CSU-Basis gestiegen. Reaktionen aus Mittelfranken.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!