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Mitfahrbankerl in Eggenfelden - Lösung für kostenlose Mobilität | BR24

© BR/Sarah Beham

inkaufen fahren, Familie besuchen, ins Theater gehen - in der Großstadt ist das ohne Auto kein Problem. Die Stadt Eggenfelden im Landkreis Rottal-Inn bietet älteren Menschen nun eine neue Form kostenloser Mobilität an: mit einem Mitfahrbankerl.

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Mitfahrbankerl in Eggenfelden - Lösung für kostenlose Mobilität

Einkaufen fahren, Familie besuchen, ins Theater gehen - in der Großstadt ist das ohne Auto kein Problem. Die Stadt Eggenfelden im Landkreis Rottal-Inn bietet älteren Menschen nun eine neue Form kostenloser Mobilität an: mit einem Mitfahrbankerl.

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In Großstädten ist es für Menschen leicht, mit dem Öffentlichen Personennahverkehr überall hinzukommen. Doch in kleineren Städten wie Eggenfelden (Lkr. Rottal-Inn) oder auf dem Land sieht es anders aus: Besonders für ältere Menschen, die kein Auto haben, kann es schwierig sein zum nächsten Supermarkt, zur Familie oder ins Kino zu kommen.

Mitfahrbankerl für neue, kostenlose Mobilität

In Eggenfelden im Landkreis Rottal-Inn hat sich die Gemeinde deswegen etwas Besonderes einfallen lassen: sogenannte Mitfahrbankerl. Sie sollen älteren Menschen eine kostenlose Mitfahrgelegenheit bieten. Die Bankerl sind seit kurzem in Betrieb.

© BR/Sarah Beham

Das auffällig rot gestrichene Mitfahrbankerl mit Richtungsanzeiger

Elf Mitfahrbankerl im Stadtgebiet Eggenfelden

Im gesamten Stadtgebiet sind an verschiedenen Punkten insgesamt elf solcher Mitfahrbankerl aufgestellt. Das Prinzip ist einfach: Man setzt sich auf die Bank, gibt auf einem Schild die Richtung an, in die man fahren möchte und dann heißt es warten, ob ein Auto hält und man an das gewünschte Ziel kommt.

© Stadt Eggenfelden

Die Standorte der Mitfahrbankerl

Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler (UWG) hat sich die Idee von Oberbayern, von der Gemeinde Seeon-Seebruck abgeschaut. Da gibt es die Mitfahrbankerl bereits seit zwei Jahren. Auf Anfrage heißt es von der oberbayerischen Gemeinde, dass die Bankerl dort gut angenommen werden. Grubwinkler hofft, dass sie auch in Eggenfelden funktionieren: "Früher in unserer Jugend war es mit dem Trampen auch so - die erste Art der Fortbewegung. Und jetzt im Alter kommt man vielleicht back to the roots."

Erster Test erfolgreich

Heribert Gabriel kommt aus Gern, etwas außerhalb der Stadt. Der 79-Jährige hat das Mitfahrbankerl am Stadtplatz in Eggenfelden getestet und sieht einen Vorteil darin: "Bei schlechtem Wetter - ich muss bis nach Gern zum Gymnasium - das ist schon eine weite Strecke, wenn man mit der Bandscheibe zu tun hat." Bei ihm hat die kostenlose Fahrt mit einem Fremden geklappt.

Nicht nur volle Zustimmung

Aber nicht alle Eggenfeldener sind davon überzeugt, in ein fremdes Auto einzusteigen. So auch Siglinde Rasttorfer: "Ich setze mich da nicht irgendwo in ein Auto rein. Nein. Wenn ich den Herren oder die Dame nicht kenne, dann gehe ich nicht rein in das Auto." Auch Kaietan Lang will die Mitfahrerbankerl nicht testen: "Ich weiß nicht, hat es ein Blöder aufgestellt oder ein Verbrecher, weil den kleinen Kindern erklärt man, dass sie nirgends einsteigen sollten. Und hier werden sie dazu animiert."

Aufkleber gegen die Skepsis

Mit grünen Aufklebern für die Windschutzscheibe will die Stadt den Bürgern die Angst nehmen. Diese können sich Autofahrer im Rathaus abholen. Damit soll klar werden: Mitfahrbankerl - Ich mache mit!

Falls sich die Mitfahrbankerl in Eggenfelden nicht durchsetzen, sei die 8.000-Euro-teure-Aktion aber nicht umsonst gewesen, davon ist Bürgermeister Grubwinkler überzeugt: "Wenn es nicht angenommen wird - was ich nicht hoffe - dann haben wir wunderschöne seniorengerechte Parkbänke, die wir überall im Stadtgebiet aufstellen können."