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Mitarbeiter reagieren mit Grablichtern auf Harman-Schließung | BR24

© BR/Sarah Beham

Mit einem Kreuz aus Grablichtern zeigten die Harman-Mitarbeiter in Straubing ihren Unmut gegen die Schließung des Unternehmens

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    Mitarbeiter reagieren mit Grablichtern auf Harman-Schließung

    Fast 100 Mitarbeiter des Automobilzulieferers Harman haben in Straubing gegen dessen Schließung protestiert. Sie bezeichneten Harman als "hemmungslos". Weil die Versammlung nicht angemeldet war, rückte die Polizei an.

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    Mit Grablichtern haben knapp 100 Mitarbeiter von Harman in Straubing Abschied von ihrer Arbeit beim Automobilzulieferer genommen. Das Unternehmen schließt sein Werk dort.

    Weil der "Abschied" und die Versammlung nicht angemeldet waren, gab es zunächst kurz Probleme mit der Polizei. Die wies die Harman-Mitarbeiter auch auf die Masken- und Abstandspflicht hin. Letztlich ist laut einem Sprecher der Polizei aber alles gut verlaufen.

    Mitarbeiter nennen Harman "hemmungslos"

    Die Mitarbeiter zündeten Grablichter an und bildeten ein Kreuz daraus. Sie kamen mit ihren eigens angefertigten Harman-T-Shirts, die dem Namen Harman eine neue Bedeutung gaben: "Hemmungsloser Arbeitgeber Reduziert Mitarbeiter Auf Null". Im Hintergrund lief das Lied "Time to say goodbye". Viele der Mitarbeiter rangen um Worte, einige von ihnen konnten ihre Tränen nicht verbergen.

    500 Mitarbeiter bekommen noch ein Jahr Lohn

    Gegenüber dem BR sagten die Harman-Mitarbeiter, sie verstünden die Entscheidungen nicht. Ihr halbes Leben hätten sie hier verbracht. Jetzt müssen sich viele von ihnen einen neuen Job suchen.

    Mehr als 500 der rund 600 Mitarbeiter in Straubing sind inzwischen in einer Transfergesellschaft. Sie erhalten für zwölf Monate ein Gehalt. Danach brauchen sie eine neue Arbeit. Viele von den dann möglicherweise Arbeitslosen hoffen weiter auf die Politik, die bei den vergangenen Demonstrationen immer wieder ihre Hilfe und Unterstützung angekündigt hatte.

    Der internationale Automobilzulieferer Harman hatte bereits im Januar angekündigt, sein Werk in Straubing zu schließen und die Produktion nach Ungarn zu verlagern.

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