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Das Schweißtechnik-Unternehmen Burkhard hat fünf Asylbewerber als Mitarbeiter verloren.

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Mitarbeiter abgeschoben – Unternehmerin fordert Umdenken

Fünf Mitarbeiter hat ein Unternehmen in Kaufbeuren verloren, weil Asylbewerber abgeschoben wurden oder weil ihre Arbeitserlaubnis aufgehoben wurde. Die Firmenchefin fordert ein Umdenken und erhält Rückendeckung von Wirtschaftsminister Aiwanger.

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Innerhalb weniger Monate hat das Schweißtechnik-Unternehmen Burkhard in Kaufbeuren fünf jahrelange Mitarbeiter verloren – alle fünf waren Asylbewerber. Einer wurde im Juli über Nacht nach Afghanistan abgeschoben, vier weiteren entzog die Ausländerbehörde in den vergangenen Wochen die Arbeitsgenehmigung. Die Abschiebung droht. Firmenchefin Tanja Burkhard beklagt, die Unternehmen seien aufgerufen worden, Flüchtlinge zu integrieren: "Wir haben das gemacht. Und jetzt – vier Jahre, fünf Jahre später, werden sie uns entzogen." Die jahrelange Integrationsleistung werde mit Füßen getreten.

Arbeitsamt kann keinen Ersatz für Asylbewerber vermitteln

Die fünf Asylbewerber – drei Afghanen und zwei Pakistaner – waren das, was man "Musterflüchtlinge" nennen könnte: Sie sprachen gut Deutsch, hatten unbefristete Arbeitsverträge als Schweißhelfer, verdienten ihr eigenes Geld, zahlten Steuern, wohnten in ihren eigenen Wohnungen und engagierten sich zum Teil sogar sozial und in der Flüchtlingshilfe. Jetzt fehlen sie im Betrieb von Tanja Burkhard: "Wenn ich heute beim Arbeitsamt anrufe, dann sagt mir der Arbeitsamtberater: 'Frau Burkhard, was rufen Sie denn schon wieder an? Ich habe niemanden mehr zu vermitteln.'"

Wirtschaftsminister Aiwanger fordert Perspektive für integrierte Asylbewerber

Ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringt Tanja Burkhard inzwischen damit, mit Ämtern und Politikern zu telefonieren und E-Mails zu schreiben. Verzweifelt versucht sie, ihre Mitarbeiter wieder zurückzuholen. Bisher ohne Erfolg. Der für Abschiebungen zuständige Innenminister wollte sich auf eine BR-Anfrage zum Fall der Firma Burkhard nicht äußern. Der neue Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verspricht zumindest, sich in der neuen Regierung für einen Kurswechsel stark zu machen: "Wer sich hier eingelebt hat, wer hier ordentlich arbeitet, soll tendenziell hierbleiben können", erklärte Aiwanger und kündigte an, sich mit dem Innenminister abzustimmen. Aiwanger fordert dem Einzelfall mehr Gewicht zu geben und sagt: "Der gesunde Menschenverstand zählt."

Burkhard befürchtet, weitere Mitarbeiter zu verlieren

Bei der Firma Burkhard in Kaufbeuren arbeiten noch fünf weitere Asylbewerber. Das Schweißtechnikunternehmen befürchtet, bald über Nacht den nächsten leeren Arbeitsplatz in der Produktionshalle zu haben.

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