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Mit Saft die Umwelt schützen | BR24

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Mit Saft die Umwelt schützen

Der Herbst ist Fallobst-Zeit: Doch viele der artenreichen Streuobst-Wiesen in Bayern sind gefährdet. Sie verwildern, weil sich Äpfel und Birnen kaum rentabel nutzen lassen. Mit regionalen Schorlen, Apfel-Sekt oder Apfelchips könnte sich das ändern.

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Vor 50 Jahren gab es auf den Streuobstwiesen in Bayern noch 20 Millionen Bäume, heute ist der Bestand dieser ökologisch wertvollen Biotope so weit geschrumpft, dass nur noch sechs Millionen Obstbäume übrig sind. Doch auch die sind akut gefährdet und damit auch Äpfel und Birnen mit so wohlklingenden Namen wie Roter Boskoop, Goldparmäne oder Nordhäuser Forellenbirne.

Der Grund für den Schwund: Streuobst lohnt sich wirtschaftlich nicht. Die Bäume müssen aufwendig von Hand gestutzt, das Fallobst aufgelesen werden. Große Obstplantagen in Monokultur sind da einfach wirtschaftlicher. Zusätzlich hat das bayerische Landwirtschaftsministerium die finanzielle Förderung der Streuobstwiesen in diesem Jahr zusammengestrichen.

"Wir wissen ja, dass in den Streuobstwiesen so viele Tiere und Pflanzen vorkommen, wie kaum in anderen Biotoptypen. Außerdem schützen sie Böden und Gewässer. Wir verlieren damit auch ein ganzes Stück landschaftliche Identität in Bayern, wenn die Streuobstbestände weiter so abnehmen wie bisher." Stefan Kilian, Landesanstalt für Landwirtschaft

Verbraucher können Streuobstlieferanten unterstützen

Doch es gibt Versuche, die Streuobstwiesen rentabel zu machen und damit zu schützen: Unter der Marke "Hesselberger" verarbeiten Landschaftspfleger und Streuobstbesitzer bis zu 500 Tonnen Obst pro Jahr - zu Saft, Most oder sogar Sekt. Auch Bio-Verbände wie Naturland, Demeter und Bioland suchen wieder verstärkt Streuobstlieferanten.

Wer die regionalen Spezialitäten kauft, kann also zum Erhalt der Streuobstwiesen beitragen. Außerdem bietet das Obst Abwechslung zu den Supermarkt-Einheitssorten Gala, Braeburn und Elstar.