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Mit Rollstuhl über Gleise: Zug stoppt gerade noch rechtzeitig | BR24

© picture alliance / Wolfram Steinberg

Mit Rollstuhl über Gleise: Zug stoppt gerade noch rechtzeitig

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    Mit Rollstuhl über Gleise: Zug stoppt gerade noch rechtzeitig

    Um das Gleis zu wechseln, haben eine Rollstuhlfahrerin und ihr Begleiter – trotz der Verbotsschilder - die Gleise des Schwandorfer Bahnhofs überschritten beziehungsweise überfahren. Ein einfahrender Zug konnte gerade noch rechtzeitig bremsen.

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    Großes Glück hatten am Mittwochmittag (13.05.) eine Rollstuhlfahrerin und ihr Begleiter aus dem Landkreis Schwandorf. Um das Gleis zu wechseln, überschritten beziehungsweise überfuhren sie – trotz der Verbotsschilder - die Gleise des Schwandorfer Bahnhofs. Ein einfahrender Zug konnte gerade noch rechtzeitig bremsen.

    Bahnhof war nicht barrierefrei

    Da der Bahnhof Schwandorf nicht barrierefrei ist und die Bahnsteig zwei und drei nur über Treppen zu erreichen sind, haben die 53-jährige Frau im Rollstuhl und ihr 56-jähriger Begleiter laut Polizei versucht mit dem Rollstuhl über einen Bohlenweg die Bahnsteige zu wechseln.

    Notbremsung eingelegt

    Wie die Polizei mitteilt, hatte der Zugführer mehrere sogenannte Achtungspfiffe abgegeben und gleichzeitig bei einer Geschwindigkeit von etwa 80 km/h eine Schnellbremsung eingeleitet, wodurch der Zug etwa fünf Meter vor den Beiden zum Stehen kam. Durch die schnelle Reaktion des Zugführers blieben die 53-jährige Rollstuhlfahrerin und ihr 56-jähriger Begleiter unverletzt. Auch die etwa 100 Reisenden im Zug blieben unverletzt. Es kam allerdings zu einer Betriebsstörung. Erst nachdem die Weiterfahrt durch den Fahrdienstleiter genehmigt wurde, konnte der Zug weiterfahren.

    Ermittlungen wegen Eingriffs in den Bahnverkehr

    Gegen die Rollstuhlfahrerin und den Mann wird jetzt strafrechtlich wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

    Die Bundespolizei weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass nicht barrierefreie Bahnhöfe, wie der in Schwandorf, für Menschen mit Behinderung zwar verständlicherweise eine große Herausforderung darstellen würden, jedoch seien Betroffene ausdrücklich davor gewarnt durch derartiges Verhalten sich selbst und andere in Gefahr zu bringen.

    Hilfe an Bahnhöfen für Menschen mit Behinderung

    An allen Bahnhöfen in Deutschland gäbe es Unterstützung für Menschen mit Behinderung. Diese müssten sich vor der Reise bei der Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) der Deutschen Bahn melden.

    Die MSZ organisiere für Reisende mit Behinderung alles Notwendige im Zusammenhang mit der Bahnreise - zum Beispiel einen Hublift für den Rollstuhl.