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Bildrechte: BR/Sebastian Wintermeier

Das Amtsgericht Regensburg hat vier Männer verurteilt die zwei Polen verprügelt und teils schwer verletzt haben.

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Mit "Ochsenfiesel" verprügelt: Täter zu Haftstrafen verurteilt

Das Amtsgericht Regensburg hat vier Männer verurteilt, die nach einem Feuerwehrfest in Brennberg zwei Polen verprügelt und teils schwer verletzt haben. Einer der fünf Angeklagten wurde freigesprochen. Der Richter sprach von "brachialer Gewalt".

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Von
  • Sebastian Wintermeier
  • BR24 Redaktion

Nach einem Feuerwehrfest in Brennberg (Lkr. Regensburg) haben sie nach Überzeugung des Amtsgerichts zwei Kontrahenten verprügelt und teilweise schwer verletzt: Vier Männer, gegen die heute das Urteil gesprochen wurde. Zwei von ihnen erhielten wegen gefährlicher Körperverletzung und anderer Delikte Haftstrafen von bis zu zwei Jahren und acht Monaten. Gegen die anderen beiden Männer verhängte das Gericht Bewährungsstrafen.

Richter spricht von "besonders herabwürdigender Tatbegehung"

Die Tat liegt bereits zwei Jahre zurück. In seiner Urteilsbegründung sprach der Vorsitzende des Schöffengerichts von den schweren Folgen der Tat für die Opfer. Nachdem die vier jetzt Verurteilten nach dem Fest zur Wohnung dreier polnischer Männer gefahren waren, hätten zwei von ihnen eines der Opfer mit einem Knüppel und einem Ochsenziemer verprügelt.

Insgesamt 17 Mal hätten die Täter zugeschlagen, so der Richter. Das Opfer kam auf die Intensivstation und musste im Anschluss stationär behandelt werden. Der Richter sprach wörtlich von "brachialer Gewalt" und einer "besonders herabwürdigenden Tatbegehung". Das Opfer bekommt laut Gericht 8.000 Euro Schmerzensgeld von den Tätern.

Bei Sprung aus Fenster Beine gebrochen

Ein zweites Opfer war damals aus Angst aus dem Fenster gesprungen, um vor den Angreifern zu fliehen. Dabei brach sich der Mann beide Beine. Seit zwei Jahren leide das Opfer an den Folgen des Sprungs. Der Mann musste mehrfach operiert werden und wird laut Gericht ein Leben lang gezeichnet sein.

Die Verurteilten müssen ihm gemeinschaftlich ein Schmerzensgeld von insgesamt 30.000 Euro bezahlen.

Bewaffnet zur Wohnung der späteren Opfer gefahren

Der Tat war eine Auseinandersetzung am Rande des Feuerwehrfestes vorausgegangen. Wie die jetzt Verurteilten laut Richter gesagt hätten, seien die polnischen Staatsbürger dort aufgefallen, als sie etwa Autos angehalten hätten. Man habe sie deshalb zur Rede stellen wollen. Für das Gericht war aber die Frage entscheidend, warum die alkoholisierten Täter dann bewaffnet bis zur Wohnung der polnischen Staatsbürger gefahren waren. Als sie die Wohnung ansteuerten, hätten sie bereits "den Boden der Legalität verlassen", so der Richter. Es sei klar gewesen, dass es zu Körperverletzungen kommen werde.

Verteidiger kündigen Berufung an

Das Argument, dass einer der prügelnden Männer einem Kollegen Nothilfe geleistet hätte, ließ der Richter nicht gelten. Dagegen würden die Verletzungen des verprügelten Opfers sprechen, das hauptsächlich auf den Rücken geschlagen worden war. Zwei der Männer hätten zugeschlagen, ist sich das Gericht sicher. Die beiden anderen Verurteilten müssten sich die Schläge als Mittäter zurechnen lassen.

Die Verteidiger der beiden Täter, die zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt wurden, kündigten nach der Verhandlung an, gegen das heutige Urteil in Berufung zu gehen.

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