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Meisen gelten als natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners.

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    Mit Meisen statt Insektiziden gegen den Eichenprozessionsspinner

    Kahle Eichen und fiese Ausschläge: Der Eichenprozessionsspinner ist ein besonders unangenehmer Schädling. Bei der Bekämpfung setzt der Landkreis Dillingen jetzt auf hungrige Meisen. Ob die Vögel genug Raupen vertilgen können, ist aber noch unklar.

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    Von
    • Werner Bader
    • Lea Utz

    Bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners geht der Landkreis Dillingen jetzt neue Wege – zumindest versuchsweise. Weil Meisen als natürliche Fressfeinde des Schädlings gelten, hat der Kreisbauhof entlang von Kreisstraßen und Radwegen an verschiedenen Stellen Nisthilfen für Meisen angebracht.

    Hungrige Meisen statt Biozide

    Bereits zu Beginn des Jahres hatte sich die Vorsitzende der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen-Die Linke im Kreistag, Heidi Terpoorten, an den Landrat gewandt. Sie bat um Prüfung, wie künftig auf den Einsatz von Bioziden bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners verzichtet werden kann.

    Noch keine Studien zum Raupenfraß der Vögel

    Verschiedene Kommunen hatten berichtet, dass durch die Förderung der Population von Meisen als natürliche Fressfeinde Erfolge bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) beobachtet werden konnten. Studien mit konkreten Zahlen, wie viele Raupen des Eichenprozessionsspinners eine Meise tatsächlich frisst, fehlen allerdings bislang.

    Bei Erfolg geht die Nistkästen-Aktion weiter

    Mit den Nistkästen soll den Meisen als fleißige Schädlingsbekämpfer ein geeigneter Lebensraum zur Verfügung gestellt werden. Sollte die Aktion erfolgreich sein, so das Landratsamt, werde sie im kommenden Jahr fortgesetzt.

    Alternativen zum Einsatz von Insektiziden sind aufwendig

    Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners gilt als aufwendig. Im Frühjahr können die Larven von den Bäumen abgesaugt werden. Auch Abflammen ist eine Möglichkeit. Vielfach kommen jedoch bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners biologische oder chemische Insektizide zum Einsatz, die vom Boden oder von der Luft aus in befallene Bäume gesprüht werden.

    Das Nesselgift der Raupen löst starke Reizungen aus

    Die Larven des Eichenprozessionsspinners tragen nesselnde Brennhaare und können als Fraßschädlinge an Eichen auftreten. Das Nesselgift der Brennhaare löst bei Kontakt oder Einatmen starke Reizungen und Entzündungen der Haut, Augen, Schleimhäute und Atemwege aus.

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