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Mit Lärmtafeln gegen Motorrad-Fahrverbote? | BR24

© picture alliance / Armin Weigel/dpa

Lärmdisplays bei Neukirchen (Lkr. Straubing-Bogen) im Jahr 2017

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    Mit Lärmtafeln gegen Motorrad-Fahrverbote?

    Härtere Strafen, Grenzwerte und Fahrverbote: Der Bundesrat will mit einer Reihe von Vorschlägen Motorradlärm reduzieren. Doch dass es auch anders geht, zeigt eine Strategie aus Sankt Englmar im Kreis Straubing-Bogen.

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    Seit Jahren leiden Anwohner in vielen Gemeinden unter Motorradlärm. Jetzt will der Bundesrat handeln und Maßnahmen beschließen, die Motorradlärm verringern. Dazu gehören härtere Strafen, Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen oder dass künftig Motorräder über 80 Dezibel nicht mehr zugelassen werden. Bei Motorradfahrern sorgt das für Ärger. Der Bundestag muss noch darüber beraten, Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist gegen die Beschränkungen.

    Freiwilligkeit statt Verbote in Sankt Englmar

    Dass es an beliebten Biker-Strecken auch anders gehen kann, zeigt ein Beispiel aus Niederbayern. Dort stellt die Polizei in Sankt Englmar im Landkreis Straubing-Bogen jedes Jahr Lärmdisplays auf, die zu laute Motorradfahrer auffordern, leiser zu fahren. In einem Modellversuch aus dem Jahr 2017 sank der durchschnittliche Schalldruckpegel dadurch nach Angaben des Bayerischen Polizeiverwaltungsamts von knapp 81 auf 76,2 Dezibel. "Das ist spürbar", sagt Bürgermeister Anton Piermeier (CSU). "Fahrverbote brauchen wir nicht, weil wir damit auch die vernünftigen Fahrer bestrafen würden." Entscheidend seien regelmäßige Kontrollen.

    Strafen für technisch lauter gemachte Motorräder

    Verkehrspolizist Laugwitz und seine Kollegen sind von April bis Oktober ausschließlich damit beschäftigt. Erwischen sie jemanden, der seine Maschine durch technische Veränderungen lauter gemacht hat, kostet das den Fahrer 90 Euro. Außerdem muss das Bike auf direktem Weg in die Werkstatt und zur Zulassungsstelle, bevor es wieder gefahren werden darf. "Das tut den Fahrern weh", sagt Laugwitz. "Gegen die wenigen, denen das egal ist, kommen wir auch mit Kontrollen nicht an."

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