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Mit Kadaver-Suchhunden gegen Afrikanische Schweinepest | BR24

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Kadaver-Suchhunde sollen künftig im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest eingesetzt werden. Vier haben heute bei Feucht ihre Prüfung abgelegt.

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Mit Kadaver-Suchhunden gegen Afrikanische Schweinepest

Eine Kadaver-Suchhundestaffel soll in Bayern helfen, eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Fünf tierische Spürnasen haben mit ihren Haltern in Feucht (Lkr. Nürnberger Land) bayernweit als erste die Prüfung dazu abgelegt.

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Von
  • Florian Weber

Um zu verhindern, dass sich die Afrikanische Schweinepest ausbreitet, setzt der Freistaat auch auf Kadaver-Suchhundestaffeln. Nun haben im Nürnberger Land die ersten Hundehalter mit ihren Vierbeinern die Prüfung dazu abgelegt. Die tierischen Spürnasen sind bei der Bekämpfung des Virus kaum zu ersetzen.

Aufwändige Ausbildung für Tier und ehrenamtliche Halter

"Such die Sau" – Mit diesem Kommando hat für fünf Hunde die Prüfung zu Kadaversuchhunden bei Feucht begonnen. Drei Kadaverteile, die die Prüfer zuvor im Reichswald versteckt hatten, mussten die Tiere aufspüren. Etwa ein halbes Jahr lang haben die Hundehalter mit ihren Vierbeinern mehrmals in der Woche für diese Prüfung trainiert. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler), der selbst der Prüfung beiwohnte, lobte das Engagement: "Wir müssen uns in Bayern so glücklich schätzen, dass es so viele ehrenamtliche Hundeführerinnen und Hundeführer gibt. Wie viele Stunden man da im Wald unterwegs ist, kann man sich gar nicht vorstellen. Deshalb gebührt mein Dank denen, die das tun", so Glauber.

Ausbruch hätte schwerwiegende Folgen für Landwirtschaft

Zwar sei bislang noch kein einziger Fall der Afrikanischen Schweinepest in Bayern aufgetreten, dies könne sich aber schnell ändern. Die Restriktionen seien dann schwerwiegend und könnten für betroffene Landwirte bis zur Keulung des gesamten Schweinebestands führen, so der Umweltminister. Deshalb soll in Bayern schnellstmöglich eine sogenannte "ASP-Suchhundestaffel" mit 40 ausgebildeten Kadaver-Suchhunden aufgebaut werden.

Die Tiere seien bei der Suche nach verendetem Schwarzwild nur schwer zu ersetzen, so der Vorsitzende des Jagd-Gebrauchshundevereins Bayern, Frank Wagner. Krankes Schwarzwild wird sich immer in schwer zugängliche Gebiete zurückziehen. "Da ist es schön, wenn uns der Hund die Arbeit abnimmt und für uns da rein geht", so Wagner.

Virus für Menschen ungefährlich

Der Aufbau der Hundesuchstaffel wird vom Umweltministerium mit 150.000 Euro gefördert. Die Afrikanische Schweinepest tritt ausschließlich bei Haus- und Wildschweinen auf. Für den Menschen sowie andere Tierarten ist das Virus ungefährlich. In Bayern ist bislang noch kein Fall aufgetreten. Dagegen wurde an der Grenze zu Polen schon infiziertes Schwarzwild gefunden.

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