Biobauer Hannes Porzelt

Bildrechte: BR
  • Artikel mit Video-Inhalten
>

Mit grüner Energie zum "Landwirt des Jahres"

Mit grüner Energie zum "Landwirt des Jahres"

Biobauer Hannes Porzelt ist Finalist des bundesweiten Wettbewerbs "Landwirt des Jahres". Der 31-jährige Oberfranke produziert auf Gut Merkendorf Strom und Wärme ökologisch vorbildlich, ganz ohne Mais, nur mit Reststoffen.

Nicht jammern, Neues wagen - nach diesem Motto erzeugt der gelernte Mechatroniker und Agraringenieur Hannes Porzelt auf dem Familienbetrieb im Coburger Land zusammen  mit seinen zwei Brüdern nicht nur Biomilch und Feldfrüchte, sondern regenerativen 75-Kilowatt-Strom und zusätzlich Wärme nur aus Gülle, Mist und anderen organischen Reststoffen. Außerdem produziert er auf den großen Dächern des Hofes rund 100 KW Sonnenstrom, wovon er so viel wie möglich etwa für Melkroboter und Milchkühlung einsetzt. Grüne Energie und Klimaschutz liegen dem Biobauer und seiner Familie am Herzen. "Das ist Kreislaufwirtschaft, das ist doch in Ordnung so und hilft der Umwelt wie der Gesellschaft", meint Hannes. 

Finalist im Wettbewerb guter Ideen

Nun kam eine dreiköpfige Jury des Deutsche Landwirtschaftsverlags auf den Hof, um sich ein genaues Bild zu machen. Denn Hannes ist im jährlich ausgeschriebenen Titel "Landwirt des Jahres" Finalist in der Kategorie "Energie". Jetzt kommt es darauf an, ob er sich in dieser Kategorie gegen zwei Berufskollegen durchsetzen kann und in die Endausscheidung kommt, wo es auch um 20.000 Euro Preisgeld geht. Hannes freut sich, dass mit diesem Wettbewerb die bauernkritische Öffentlichkeit erfährt, wie Landwirtinnen und Landwirte - große und kleine, biologisch und konventionell wirtschaftende - gewohnte Pfade verlassen und ihre Höfe zukunftsfähig machen.

Biogas abfackeln statt ins Netz

Hannes Porzelt betreibt eine vergleichsweise kleine Biogasanlage mit nur 75 Kilowatt. So wurde sie 2015 nach dem Energieeinspeisegesetz genehmigt. Für jedes Kilowatt grünen Strom aus organischen Reststoffen bekommt der Biobauer 24 Cent. Er könnte doppelt so viel umweltfreundlichen Strom mit der Anlage produzieren. Genug Mist und Gülle hätte er. Er darf aber nicht, muss sein 75-Kilowatt-Leistungslimit einhalten und jeden Tag überschüssiges Biogas abfackeln. "Das kannst du doch keinem erklären in der heutigen Situation", meint Hannes Porzelt.

Da geht noch was

In der Großfamilie Porzelt wird bereits über eine kleine Windkraftanlage am Hof nachgedacht. Da geht noch was mit regenerativer Energie, auf den Höfen, meint Hannes, vor allem bei Rinderhaltern. Der große Biogas-Vorteil, so Hannes: Es entsteht rund um die Uhr, bei jedem Wetter - und ein wenig speichern und puffern könne man Biogas auf den Höfen auch. Und weil der Gärrest, also die Biogas-Gülle am Ende bei der Ausbringung auf dem Feld, auch weniger stinkt als herkömmliche Gülle, dann könne das doch nach Ansicht von Hannes dem Ansehen der Bauernfamilien nur dienen.

Nun wartet er gespannt auf die im Herbst vorgesehene Preisverleihung um den Titel "Landwirt des Jahres". Dass er überhaupt so weit gekommen ist, spornt Hannes an auf seinem Weg zu noch mehr Nachhaltigkeit am Bauernhof.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!