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Mit einer Rangerin unterwegs im Nationalpark Bayerischer Wald | BR24

© BR/Christian Riedl

Die Nationalpark-Rangerin Alena Lettenmaier ist die Jüngste von 26 Rangern im Nationalpark Bayerischer Wald. Die 28-Jährige ist bei der Nationalpark-Wacht und achtet darauf, dass sich die Parkbesucher an die Regeln halten.

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Mit einer Rangerin unterwegs im Nationalpark Bayerischer Wald

Rund 1,3 Millionen Besucher waren es im vergangenen Jahr im Nationalpark. Aber nicht alle halten sich an die Regeln. Die Ranger finden im Bayerischen Wald immer wieder Wildcamper, und auch der Abfall neben den Wegen sorgt für unnötige Arbeit.

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Wegen Corona wird in diesem Jahr vermehrt Urlaub in Deutschland gemacht. So auch im Nationalpark Bayerischer Wald, dem ältesten in Deutschland. Er feiert in diesem Jahr seinen fünfzigsten Geburtstag. Und noch nie war er so gut besucht. Die Nationalparkphilosophie lautet: Natur Natur sein lassen. Aber kann sie das in Zeiten von Outdoor- und Wanderboom noch? Wie bringt man Naturschutz und Natur-Nutzung zusammen?

Die Natur Natur sein lassen

Alena Lettenmaier ist die Jüngste von 26 Rangern im Nationalpark Bayerischer Wald. Die 28-Jährige ist bei der Nationalpark-Wacht und achtet darauf, dass sich die Parkbesucher an die Regeln halten: "Wir sind zwar ein Erholungsgebiet, aber in erster Linie sind wir ein Naturschutzgebiet."

Erholungsgebiet, das unter Naturschutz steht

Offensichtlich aber ignorieren manche schon die einfachsten Dinge: Die Rangerin findet immer wieder achtlos weggeworfenen Müll im Naturschutzgebiet: "Hier wachsen kleine Bäume – ein Biotop. Ein weggeworfenes Papiertaschentuch braucht mindestens drei Jahre bis es verrottet – es enthält außerdem Duft- und Giftstoffe." So wird Alena unfreiwillig von der Rangerin zur Müllsammlerin:

"Das ist so eine Arbeit, die müsste ich nicht machen, würde sich da jeder einfach drum annehmen, dass er sagt, er nimmt seinen Müll mit. Aber mit Müll meine ich auch Bananenschalen, meine ich auch Apfelreste oder Eierschalen. Das sind alles solchen Sachen, die kommen nicht bei uns im Nationalpark vor und deswegen sollte man auch diesen Müll mitnehmen." Nationalpark-Rangerin Alena Lettenmaier

Eigentlich müsste das selbstverständlich sein, sich an die Parkregeln zu halten: Aber immer weniger Besucher scheren sich darum. Der Rachelsee zum Beispiel ist inzwischen ein beliebter Platz zum Campen. Das ist verboten. Und obwohl es in der Nacht heftig gewittert hat steht dort erneut ein Zelt. Im Kerngebiet des Nationalparks ist übernachten verboten.

© BR/Christian Riedl

Achtlos weggeworfener Müll im Naturschutzgebiet

© BR/Christian Riedl

Ein weggeworfenes Papiertaschentuch braucht mindestens drei Jahre bis es verrottet – es enthält außerdem Duft- und Giftstoffe.

Geldstrafe für Campen im Kerngebiet des Nationalparks

Ein junges Pärchen zeltet dort am Rachelsee. Die Rangerin muss die Personalien aufnehmen, sie aufwecken. Das ist für alle Ranger die unangenehmste Aufgabe – eigentlich wollen sie ja die Naturbesucher begeistern und aufklären. Die beiden Camper müssen mit bis zu 300 Euro Strafe rechnen. Alena erklärt ihnen, warum jeder einzelne Camper seltene Tiere stört und unabsichtlich empfindliche Pflanzen zertreten werden können.

1,3 Millionen Besucher im vergangenen Jahr

Letztes Jahr kamen rund 1,3 Millionen Besucher in den Nationalpark. Der Freizeitdruck auf die Natur ist groß. Die Rangerin wünscht sich deswegen einfach mehr Rücksicht auf die Natur – es würde ja auch niemand seinen Abfall auf den Wohnzimmerboden seiner Freunde werfen.

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