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Mit der Webcam ins Wohnzimmer der Vögel | BR24

© pa/dpa/Waltraud Grubitzsch

Nestkameras: Mit der Webcam ins Wohnzimmer der Vögel.

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    Mit der Webcam ins Wohnzimmer der Vögel

    Live dabei sein, wenn die Jungen des Turmfalken schlüpfen oder der Weißstorch sein Gefieder putzt. Das geht mit den Nestkameras des Bayerischen Landesbunds für Vogelschutz. Der verzeichnet seit den Ausgangsbeschränkungen besonders viele Aufrufe.

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    Von
    • Manuel Mehlhorn

    Majestätisch fliegt der Weißstorch von Weitem an. Auf dem Kirchturm von St. Jakobus in Muhr am Altmühlsee thront das Storchenpaar in einem stattlichen Horst. Dort wohnt das Paar noch zu zweit. Doch bald ist der Nachwuchs da.

    Wer viel Zeit und Geduld hat, kann auf der Homepage des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) in Echtzeit beobachten, wie die Küken schlüpfen.

    Webcams: Einstieg in den Naturschutz

    Insgesamt bietet der LBV 18 verschiedene Nestkameras auf seiner Übersichtsseite an. "Der Wanderfalke ist unser Star. Bei ihm hatten wir in drei Monaten rund 250.000 Zuschauer", erzählt LBV-Vorsitzender Wolfgang Erlwein stolz. Seit den Ausgangsbeschränkungen seien die Aufrufe der Homepage um 70 Prozent gestiegen. "Die Webcams sind ein niedrigschwelliger Einstieg in den Naturschutz. Viele lernen uns darüber kennen und beschäftigen sich zum ersten Mal mit Vögeln", sagt Erlwein.

    Der Wanderfalke wirkt in der Webcam-Ansicht noch etwas scheu, wie er in seinem Unterschlupf an einem Mobilfunkmasten bei München sitzt. Dabei ist er der schnellste Vogel der Welt und gilt als Jäger der Lüfte.

    In einem alten Schleiereulenkasten in einer Scheune bei Memmingen brütet ein Turmfalke gerade sechs Eier aus. Gut 30 Tage dauert es, bis der Nachwuchs schlüpft. Spätestens Anfang Mai ist es so weit.

    Viele Kommentare im Netz

    Unter den Ansichten der Webcams diskutieren viele User, was gerade in den Nestern passiert. "Wie Herr Turmi wohl sechs Eier unter sich bekommt?" fragt zum Beispiel "maria" und schreibt weiter: "Frau Turmi bekam von ihrem Liebsten einen kleinen Snack gereicht."

    "Manche User beobachten unsere Webcams den ganzen Tag und notieren in den Kommentaren, wenn ein neues Ei im Nest liegt", berichtet Wolfgang Erlwein.

    Was er sieht, wenn er aus seinem Fenster in der Hilpoltsteiner LBV-Zentrale blickt, lässt sich auch in Echtzeit verfolgen: Die "Futterhaus-Webcam" zeigt die Futtersäulen aus Sonnenblumenkernen, Erdnüssen, Hirse und Kanariensaat. An denen laben sich vor allem kleine Spatzen und Meisen. Ihnen kann man meist nur kurz zusehen. Ein kurzer Snack – und schon sind sie wieder weg.

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