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Bier oder Spezi fürs Müllsammeln an der Isar | BR24

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Kampf gegen den Müll an der Isar

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Bier oder Spezi fürs Müllsammeln an der Isar

An der Bushaltestelle, neben der Parkbank, an der Isar - überall liegen Zigarettenstummel. Sie sehen harmlos aus, erhalten aber Gifte und sind nicht biologisch abbaubar. Eine Umweltsauerei, gegen die auch der Verein "Deine Isar" vorgeht.

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Am Anfang hat sich Hartmut Keitel nur über die großen Sachen aufgeregt: Einweggrills oder kaputte Schlauchboote zum Beispiel. Mittlerweile ärgern ihn vor allem die kleinen Dinge.

"Auf die Schnelle finde ich hier 25 Kippen auf einem Quadratmeter. Leute kommen und lassen alles liegen!" Harmut Keitel, Verein "Deine Isar"

Ein Bier für 20 Kippen

Mit seinem Verein “Deine Isar” kämpft Hartmut schon seit Jahren gegen den Müll am Ufer. Eine seiner Aktionen: Eine Rikscha als Wechselstube. Auch heute wollen sie wieder Müll gegen Getränke tauschen.Für 20 Kippen oder 20 Kronkorken gibt's ein Bier, Radler oder Spezi.

Lea und Freddy fahren die Rikscha heute von der Reichenbachbrücke bis zum Flaucher. Auf ihren T-Shirts steht "Isarheld" und "Isarheldin". Ihr Ziel: Möglichst viele zum Mitmachen animieren.

Sobald es regnet, landet das Gift im Grundwasser

Zigarettenkippen sind nicht biologisch abbaubar und enthalten rund 7.000 Chemikalien. Sobald es regnet, landet das Gift im Grundwasser. Eine einzige Kippe genügt deshalb schon, um bis zu 50 Liter Wasser zu verseuchen. Gerade am Isarufer sollten sie deshalb auf keinen Fall liegen bleiben.

Lea und Freddy starten an der Reichenbachbrücke. Dort liegt oft der meiste Müll. Sie verteilen Mülltüten und sprechen die ersten an - mit Erfolg.Die Aktion kommt gut an. 100 Getränke haben Lea und Freddy heute dabei - und wollen keine mehr mit nach Hause nehmen.

Mit der Müll-Rikscha für eine schönere Isar

Die Müll Rikscha ist nun schon die zweite Saison an der Isar unterwegs. Allein 30.000 Kippen haben sie letztes Jahr damit gesammelt.Der Verein will die Leute aber nicht maßregeln, sondern motivieren. Überreden brauchen sie niemanden, die meisten legen direkt los.

"Man möchte hier chillen und dann kommen Leute und lassen den Müll liegen. Meine Kollegen haben eine super Aktion gestartet: man wird auf jeden Fall für was bezahlt, was selbstverständlich sein sollte. Also: fasst Euch ein Herz!" Ein Badegast

Lea und Freddy sind noch keine Stunde unterwegs. Ihr Zwischenstand:

"Ich bin überrascht. Wenn man sich so umguckt sieht man, dass nicht jeder seinen Müll mit nach Hause nimmt. Wenn wir dann aber kommen, reagieren die Leute so positiv, kommen auf uns zu und sagen: 'Ey geil, dass Ihr das macht!'" Freddy, Müll-Rikscha-Fahrer

Bald höhere Geldbußen für Müllsünder?

Hartmut und seine freiwilligen Helfer haben das Gefühl: Ihre Aktion bringt was. Trotzdem: Mit dem ganzen Müll kann es so nicht weitergehen, das hat mittlerweile auch die Politik gemerkt. Geldbußen für Müllsünder werden bisher auch an der Isar kaum verhängt, doch die SPD plant nun härtere Strafen. Klaus Adelt von Landtagsfraktion:

"Das ist lächerlich, wenn ich für's Kippen wegschmeißen 20 Euro bezahlen muss. Da sagen die meisten: 'Was willst du denn? Das zahl ich bar!' Das lässt niemanden abschrecken. Nur durch saftige Strafen kann man die Leute dazu bewegen, etwas zu ändern. Davon verspreche ich mir, dass es ein bisschen besser wird." Klaus Adelt, SPD-Landtagsfraktion

Hartmut vom Verein "Deine Isar" findet die Idee gut, hätte aber noch einen anderen Vorschlag für eine Strafe:

"100 Arbeitsstunden Isar sauber machen für eine weggeworfene Kippe, das fänd' ich geil!" Harmut Keitel, Verein "Deine Isar"
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An der Bushaltestelle, neben der Parkbank, an der Isar - überall liegen Zigarettenstummel. Sie sehen harmlos aus, erhalten aber Gifte und sind nicht biologisch abbaubar. Eine Umweltsauerei, gegen die auch der Verein "Deine Isar" vorgeht.