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Der Klang von Kuhschellen läutet das neue Jahr im Allgäu ein. Christoph Zweng ist einer der Initiatoren der Aktion, die in den sozialen Medien viel Aufmerksamkeit bekommen hat.

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Mit dem Klang von Kuhschellen ins neue Jahr

Mit Kuhschellen statt Böllern haben Menschen im Allgäu das neue Jahr eingeläutet. Das Jahr 2021 solle "nicht klanglos beginnen", schreiben die Initiatoren. Einer von ihnen ist der 24-Jährige Christoph Zweng aus Binzeler im Oberallgäu.

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Von
  • Katharina Reichart
  • Angelika Schneiderat

Ein Aufruf auf Facebook unter dem Titel "S' Allgäu schealed" war in den Tagen vor Silvester häufig geteilt worden. Mit dieser Resonanz hatte Christoph Zweng gar nicht gerechnet. Er ist einer der Initiatoren der Aktion: Kuhschellen statt Böller.

Idee stammt ursprünglich aus der Schweiz

Der Hof der Familie Zweng liegt auf einer Anhöhe. Von dort aus hat man einen hervorragenden Blick Richtung Norden über die Gemeinde Sulzberg und die Stadt Kempten und kann an einem normalen Silvesterabend das Feuerwerk im Tal beobachten. Die Familie Zweng selbst böllert schon seit einiger Zeit nicht mehr. Die Eltern von Christoph Zweng hatten bei einem Silvesterurlaub im Schweizer Appenzell die dortige Tradition kennengelernt, das neue Jahr mit Schellen einzuläuten und sie einfach ins Allgäu exportiert.

Seit zwei Jahren schon heißt bei den Zwengs das Motto: Schellen statt Böller. In diesem Jahr hatte sich Christoph Zweng gedacht, das wäre doch auch was für andere Menschen und die Aktion bei Facebook vorgestellt. Von der Resonanz war er selbst überrascht. Jetzt wünscht er sich, dass auch in den nächsten Jahren viele Menschen mitmachen.

Schellen sind keine Glocken

Die Schellen, die die Zwengs um Mitternacht geläutet haben, kommen normalerweise beim Viehscheid zum Einsatz. Wenn die Kühe im September von der Alpe ins Tal gebracht werden, tragen sie sie um den Hals. Jede Schelle wiegt etwa sieben bis acht Kilogramm, das Läuten um Mitternacht war deshalb wohl auch eine sportliche Herausforderung. Christoph Zweng sagt aber auch, Schellen seien ein wenig sein Hobby. So wie andere Briefmarken sammelten, sammle er eben Schellen. Die darf man übrigens nicht mit Glocken verwechseln: während Glocken in einer Form gegossen werden, werden Schellen aus einem Blech geschmiedet und sind deshalb wesentlich haltbarer.

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