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Mit Corona angesteckt: Ein Infizierter erzählt | BR24

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Ein von Corona Genesener erzählt

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Mit Corona angesteckt: Ein Infizierter erzählt

Klaus B. aus dem Kreis Freyung-Grafenau ist 36 Jahre jung und sportlich. Als er von einem Skiurlaub zurück kommt, wird er krank. Und tatsächlich: Er hat Corona. Was dann geschah und wie es ihm damit ging, hat er dem BR erzählt.

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Je mehr Corona-Infektionen es gibt, desto öfter kommt es auch vor, dass Menschen die Krankheit durchgemacht und überstanden haben. Rund 3.000 Menschen sind nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts deutschlandweit von Corona wieder genesen. Einer davon ist Klaus B. aus dem Landkreis Freyung-Grafenau.

Er war bereit, dem Bayerischen Rundfunk seine Geschichte, seine Ängste und die Begleitumstände der hoch infektiösen Krankheit zu schildern.

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Erste Symptome am 8. März

Da hatte der 36-Jährige plötzlich Fieber und Husten. Er dachte zunächst an eine normale Influenza, aber der Husten war so stark, dass er zwischendurch Atemnot bekam. Weil er einen Ski-Kurzurlaub in Ischgl gemacht hatte, das aber erst viel später als Hochrisikogebiet eingestuft wurde, drängte er beim Gesundheitsamt auf einen Corona-Test. Außerdem war er mit Freunden noch bei einem Fußball-Trainingslager gewesen. Der Corona-Test war positiv. Auch seine Freundin hatte sich schon angesteckt.

Freiwillige Quarantäne

Beide waren schon nach den ersten Symptomen vorsichtshalber in freiwilliger Quarantäne zuhause gegangen. Nach dem Positiv-Test war es sowieso Pflicht. Die Eltern von Klaus B. brachten den beiden Lebensmittel und alles Nötige auf die Terrasse des Hauses in Niederbayern, hielten Abstand. Klaus B. der von Beruf Ingenieur ist, arbeitete an manchen Tagen sogar im Homeoffice. Aber er hatte auch schlechte Tage:

"Es gab einen Abend, wo der Husten eine Stunde lang extrem und die Atemnot verstärkt waren. Da kam dann der Gedanke, wenn das Ganze noch schlimmer wird, müsste man langsam doch in Erwägung ziehen, einen Arzt zu konsultieren." Klaus B.

Bei seiner Freundin waren die Symptome milder: Gliederschmerzen und ein starker Verlust beim Geschmacks- und Geruchssinn. Beide kamen die ganze Zeit ohne Arzt aus, hatten aber zehn bis zwölf Tage - so lange dauerte die Krankheit - immer wieder telefonisch Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

Er warnt: Auch Junge sollen vorsichtig sein

Inzwischen sind Klaus B. und seine Freundin genesen. Beide bleiben aber noch so lange in häuslicher Quarantäne, bis zwei aufeinanderfolgende Tests negativ waren. Der 36-Jährige warnt, die Krankheit, auch wenn er selbst ohne Krankenhaus durchkam, auf die leichte Schulter zu nehmen.

"Vor allem natürlich die Risikogruppen, ältere Leute und mit Vorerkrankung, sollten vorsichtig sein, weil die mit Sicherheit gefährdet sind. Wir hatten auch einen erkrankten Mitspieler, der ist erst 39 Jahre alt. Der musste kurzzeitig im Krankenhaus stationär behandelt werden." Klaus B.

Klaus B. selbst ist Hobbysportler, läuft in gesunden Zeiten mehrmals die Woche zehn bis 15 Kilometer, hält sich für gesundheitlich relativ stabil. Momentan, so kurz nach der Genesung, ist aber immer noch ein Gefühl körperlicher Schwächung da, sagt er.

Wie reagieren die Leute, wenn er wieder raus darf?

Klaus B rechnet damit, dass die Leute erstmal skeptisch und etwas auf Abstand sind - hier auf dem Land, wo jeder jeden kennt.

"Die denken wahrscheinlich, wenn man zum ersten mal wieder beim Einkaufen ist oder so: darf der sich denn schon wieder frei bewegen, ist der symptomfrei? Dass man dem Ganzen mit einem gesunden Respekt begegnet, aber Schlimmeres würde ich erstmal nicht vermuten." Klaus B.

Er geht - nach den derzeitigen Informationen zum Beispiel der WHO - davon aus, dass er eine gewisse Zeit immun bleibt und sich nicht erneut anstecken kann. Es gebe aber derzeit keine offizielle Stelle, die einem das auch bescheinigt, sagt der 36-Jährige. Klaus B. wünscht sich, dass sich die Politik in den nächsten Wochen auch Gedanken über die Menschen macht, die Corona durchgestanden haben und wahrscheinlich immun sind.

"Prinzipiell könnte man sich dann ja auch auf freiwilliger Basis melden, um irgendwo zu helfen oder zu unterstützen, wo es am Ende notwendig ist." Klaus B.

Aber es gebe von der Politik noch keinen Plan, wie man mit denen umgeht, die Corona überstanden haben.

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