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Die Corona-Pandemie hatte im vergangenen Jahr für einen Ansturm auf den Nationalpark Bayerischer Wald gesorgt. Und auch jetzt, wenn das Wetter wieder frühlingshafter wird, rechnet die Nationalparkverwaltung mit viel Andrang - und leider auch Müll.

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Mit Comics, Kippen-Kästen und Dog-Stations gegen Müll im Wald

Die Corona-Pandemie hatte im vergangenen Jahr für einen Ansturm auf den Nationalpark Bayerischer Wald gesorgt. Und auch jetzt, wenn das Wetter wieder frühlingshafter wird, rechnet die Nationalparkverwaltung mit viel Andrang - und leider auch Müll.

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Von
  • Sarah Beham
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Gerade in der Ferienzeit zieht es wieder viele Menschen in die Natur. Doch das heißt auch, dass das Müllproblem in den Wäldern wieder zunimmt. In der Arberregion, im Nationalpark Bayerischer Wald und in der Urlaubsregion Sankt Englmar bereitet man sich jedoch kreativ darauf vor.

Besucherandrang in den Ferien

Bei diesen Temperaturen zieht es die Menschen wieder vor allem in den Nationalpark Bayerischer Wald. Wie es heißt, rechnet man hier mit einem Besucherandrang. Neben den allgemeinen Regeln, wie dem Wegegebot, sollten die Besucher aber auch auf ihren Müll achten: "Müll wird seit einiger Zeit wieder vermehrt zum Problem", heißt es von der Nationalparkverwaltung. Die Pandemie habe das Müllaufkommen nochmals verstärkt: Masken, Zigaretten, Plastikverpackungen – all das wird in der Natur zurückgelassen.

Nationalpark Bayerischer Wald: "Müll aus, Natur an"

Doch in den beliebten Ausflugszielen versucht man, dem Problem vorzeitig und kreativ zu begegnen. Im Nationalpark etwa, sollen die Gäste auf allen Kanälen mit Müll-Fotos über die negativen Folgen von Abfall in der Natur aufgeklärt werden. Direkt im Gelände erfahren die Besucher auf Plakaten, dass allein eine Zigarettenkippe 50 Liter Trinkwasser ungenießbar macht.

Außerdem gibt es an ausgewählten Punkten im Nationalpark auch Kippen-Kästen oder Dog-Stations, die neben der Möglichkeit, Kippen und Hundekot zu entsorgen, auch gleich noch Wissen zum Thema Abfall im Wald vermitteln. All diese Aktionen gehören zur Kampagne "Müll aus, Natur an" im Nationalpark Bayerischer Wald. "Es muss einfach klar sein, dass alles, was in den Wald hineingetragen wird, auch wieder mit herausgenommen werden muss," sagt Gregor Wolf vom Nationalpark Bayerischer Wald. "Schließlich wollen unsere Besucher unberührte Natur erleben – keine vermüllte Landschaft!"

Arberregion: Dog-Stations, Mülleimer und Schilder

Auch in der Arberregion setzt man auf Dog-Stations, Mülleimer und Hinweisschilder. Doch nicht immer werden sie beachtet. Daher müssen die Ranger den Müll aufsammeln – was eigentlich nicht zu ihren Aufgaben gehört.

© Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Zigarettenkippen auf dem Falkenstein

© Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Ein gut gefüllter Kippen-Kasten

© Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Eine Dog-Station

Sankt Englmar: Mit bayerischen Comics dem Müllproblem vorbeugen

In Sankt Englmar im Landkreis Straubing-Bogen hat man sich daher etwas Besonderes einfallen lassen: Mit lustigen, bayerischen Comics versucht man hier, den Touristen die geltenden Regeln im Wald spielerisch näher zu bringen. Astrid Piermeier von der Tourist-Information hat sich für die Comics die sogenannte "Wander-Wally" ausgedacht und aufgezeichnet.

Unter der ersten Comic-Figur steht: "Deandl, wennst zum Biesln a Packe Tempo brauchst, dann hods im Hoiz drausdn NIX verlorn." Eine andere "Wander-Wally" blickt verzweifelt und traurig – sie steht neben einem Hundehaufen in der Natur. "Wir haben überall Hundekotbeutel, das muss nicht sein und vor allem muss es nicht sein, dass man es auf dem Wanderweg liegen lässt", so Piermeier, die mit den Zeichnungen die Regeln vermitteln will. Die dritte Skizze der "Wander-Wally" erinnert an Super-Woman: Sie fliegt und bringt gleichzeitig den Müllbeutel weg aus dem Wandergebiet. "Sie schaut sehr entschlossen, aber auch grantig, weil sie sich über den Müll ärgert", so Piermeier.

Mit Comics spielerisch Regeln vermitteln

Die Comics sollen im Internet verbreitet werden, aber auch auf Flyer gedruckt und als Schilder bei den Wanderwegen aufgestellt werden. Mit den Comics will man dem ernsten Thema "Verhaltensregeln im Wald" die Schärfe nehmen: "Nicht oberlehrerhaft mit dem erhobenen Zeigefinger auf Schuldige deuten, sondern Regeln spielerisch vermitteln," so Piermeier.

Mit den Comics sollen die Besucher lernen, wie man sich in der Natur zu benehmen hat: Keinen Müll hinterlassen, Ruhe bewahren, keine laute Musik spielen, sensible Bereiche meiden. "Dass man sich so verhält, als wäre man nicht da gewesen", so Piermeier.

© BR/Sarah Beham

"Wander Woman" als Comic

© Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Eine Dog-Station im Wald für Hundekot

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