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Mit-Bauern bringen Geld und Arbeitsleistung ein | BR24

© Solidarische Landwirtschaft/Blümlhof

Frei laufende Hühner sitzen auf dem Misthaufen des Blümlhofes.

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    Mit-Bauern bringen Geld und Arbeitsleistung ein

    Viele Landwirte haben große Probleme, ihre Erzeugnisse zu einem fairen Preis unter die Leute zu bringen - so auch Hubert Hochreiter aus Dorfen bei Burgkirchen. Deshalb betreibt er "Solidarische Landwirtschaft", um seinen Blümlhof am Leben zu halten.

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    Das Grundprinzip der Solidarischen Landwirtschaft, kurz Solawi, ist einfach: Ein Landwirt sucht sich eine Gruppe von Menschen, die den Hof finanziell unterstützt und in ihrer Freizeit Arbeitsleistung einbringt. Dafür erhalten die sogenannten Mitbauern einen Anteil der Ernte. Die Idee, meint Hubert Hochreiter, komme einer Genossenschaft gleich.

    "Warum wir hier Solidarische Landwirtschaft machen, ist, weil wir in kleinen Einheiten vielfältig produzieren wollen. Weil wir überzeugt davon sind, dass das die einzige Möglichkeit ist, auf Dauer Landwirtschaft zu betreiben." Hubert Hochreiter

    Knapp 40 Hektar nachhaltig bewirtschaften

    Mit dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft kann Hochreiter seine 38 Hektar Land genau so bewirtschaften, wie er es für richtig hält - nachhaltig. Für ihn ist das eine Frage der Philosophie, bei der der finanzielle Aspekt nicht im Vordergrund steht.

    "Geld spielt natürlich in unserem Wirtschaftssystem und auch in unserem Betrieb eine wichtige Rolle. Aber das Projekt ist in erster Linie nicht auf viel Gewinn ausgerichtet, sondern auf dauerhafte Existenz. Ich muss aber nicht reich werden davon. Ich muss davon leben können." Hubert Hochreiter

    "Dass wirklich etwas dabei rumkommt"

    Eine ähnliche Denkweise haben die Mitbauern. Im Vordergrund steht vor allem der Schutz der biologischen Vielfalt in der Region, nicht die Versorgung mit Lebensmitteln. Sie tragen die Risiken des Hofs mit, wollen ihn unterstützen. Claudia Höll ist eine der Mitbäuerinnen und unterstützt den Blümlhof schon seit fast einem Jahr. "Ich habe gesagt, ich suche einfach eine sinnvolle Möglichkeit, ein bisschen Geld anzulegen - wo ich den Eindruck habe, dass wirklich etwas dabei rumkommt."

    Die Beteiligung an der Ernte ist ein schöner Nebeneffekt. Für 135 Euro im Monat bekommen die Mitbauern frische, saisonale Bio-Lebensmittel aus der Region. Arbeitet man am Hof mit, reduziert sich der Beitrag um 30 Euro. Vegetarier bezahlen 90 Euro.

    Auf lange Sicht hat Hubert Hofreiter das Ziel, mit seinem Blümlhof bis zu 150 Mitbauern und -bäuerinnen zu versorgen. Schafft er das, kann er mit einem sicheren Einkommen rechnen.