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Mit Abstand: Stadt Nürnberg plant Kulturprogramm trotz Pandemie | BR24

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Nürnbergs Kulturbürgermeisterin Julia Lehner

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    Mit Abstand: Stadt Nürnberg plant Kulturprogramm trotz Pandemie

    Corona zum Trotz plant die Stadt Nürnberg ein Kulturprogramm, das im Frühjahr starten soll. Kulturbürgermeisterin Julia Lehner räumt aber ein, dass viele Faktoren derzeit noch unberechenbar sind.

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    Von
    • Oliver Tubenauer

    Ein kulturelles Angebot sollte in Nürnberg bald wieder möglich sein, hofft Kulturbürgermeisterin Julia Lehner (CSU). Allerdings müssten die Veranstaltungen natürlich an die Pandemiebedingungen angepasst werden. Nach derzeitigem Stand geht die Kulturverwaltung davon aus, dass Angebote im öffentlichen Raum, die keinen Veranstaltungs-Charakter haben, spätestens ab Anfang Mai möglich sein könnten.

    Beleuchtete Kaiserburg als Startschuss

    Auftakt zum Kulturfrühling wird die Illumination der Kaiserburg sein. Normalerweise ist diese Kunstaktion einer der Höhepunkte der Blauen Nacht, die in diesem Jahr jedoch bereits abgesagt wurde. Geplant ist nun, dass der Nürnberger Künstler Peter Angermann die Licht-Malerei an der Burg gestaltet. Die Projektion soll am 5. Mai starten und jeweils ab Einbruch der Dunkelheit bis zum 15. Mai laufen.

    Sparkurs in der Kultur

    Diese Aktion könnte ein Lebenszeichen dafür sein, dass die in den letzten Monaten in die Unsichtbarkeit gedrängte Kultur wieder zum Vorschein kommt, so Lehner. Der städtische Sparkurs sei auch an ihrem Geschäftsbereich nicht spurlos vorübergegangen. Lehner sprach von 1,1 Millionen Euro im Sachkostenbereich und einer etwa gleich hohen Summe im Personalbereich. Diese Einsparungen würden sich aber auf die Kulturverwaltung beziehen. Alle bewilligten städtischen Zuschüsse an die Kulturszene würden ausgezahlt.

    Zuversicht für Klassik im Park und Bardentreffen

    Die beiden Klassik-Open-Air-Konzerte im Luitpoldhain sollen nach jetzigem Stand im Sommer stattfinden. Die Flächen im Luitpoldhain seien ausreichend groß. Allerdings sei es notwendig, den Zugang anders als bisher mit Anmeldung und Platzreservierung zu beschränken. Beim Bardentreffen, das normalerweise Ende Juli jeweils rund 200.000 Besucher in die gesamte Nürnberger Innenstadt lockt, sucht das Projektbüro noch passende Ausweichspielorte. Geprüft werden aktuell Varianten im Altstadtbereich, am Dutzendteich und im Luitpoldhain.

    Flächen und Veranstaltungen für die freie Szene

    Außerdem soll im Burggraben der Kunst-Parcours "Lost & Found 2" stattfinden, bei dem Künstler aus verschiedenen Genres ihre Werke zeigen können. Zudem gibt es weitere Überlegungen, Flächen und Veranstaltungen für die freie Kulturszene zu organisieren. Etwa auf dem großen Parkplatz an der Meistersingerhalle, wo Konzerte mit bis zu 500 Besuchern möglich sein könnten. Auch der Annapark in der Südstadt, die Freiflächen auf AEG oder der Garten des Hirsvogelsaals könnten für Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden.

    Wer überlebt den Lockdown?

    In einer für die Kulturszene schwierigen Zeit versprüht die Kulturbürgermeisterin vorsichtigen Optimismus. So sei sie erfreut gewesen, als sie bei der Verteilung der Gelder aus dem städtischen Fördertopf festgestellt habe, dass viele Künstler aus der freien Szene bislang noch durch die Pandemie gekommen seien. Diesen Optimismus relativierte Lehner aber gleich wieder: "Wir wissen nicht, wer noch da ist, wenn sich die Tore wieder öffnen", sagt Julia Lehner. Abgesehen von den Künstlern selbst, gebe es noch viele mittelbar Betroffene, wie etwa Bühnen- oder Veranstaltungstechniker.

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