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Missbrauchsvorwürfe gegen Vertrauten von Papst Benedikt | BR24

© picture alliance / Lena Klimkeit/dpa

Missbrauchsvorwürfe gegen Vertrauten von Papst Benedikt

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    Missbrauchsvorwürfe gegen Vertrauten von Papst Benedikt

    Ein Geistlicher soll im Staatssekretariat im Vatikan einen anderen Geistlichen missbraucht haben. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Der Beschuldigte ist mittlerweile wieder in seinem Heimatbistum in Deutschland tätig. Er streitet die Vorwürfe ab.

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    Der ehemalige Mitarbeiter von Papst Benedikt soll nach Recherchen der "Bild"-Zeitung im Staatssekretariat im Vatikan einen anderen Geistlichen missbraucht haben. Die Vorgänge lägen etwas mehr als zehn Jahre zurück. Das Opfer wird mit folgenden Worten zitiert: "Ich wurde häufig Opfer sexueller Übergriffe von meinem damaligen Chef, dem Leiter der deutschen Abteilung im Staatssekretariat. Wenn ich mich mitunter gegen die Angriffe gewehrt habe, hat er mich mit Schikanen bestraft. Daran bin ich psychisch erkrankt.“ Der Beschuldigte streitet die Vorwürfe ab. Sein Anwalt spricht gegenüber der "Bild“-Zeitung von "böswilliger Verleumdung".

    Bistum hält sich bedeckt

    Der Theologe war dem Bericht zufolge ein hochrangiger früherer Vatikan-Diplomat. Mittlerweile ist der beschuldigte Geistliche in seinem Heimatbistum tätig. In einer Pressemitteilung auf Anfrage des BR heißt es: "Der Diözese liegen keine Hinweise vor, die Maßnahmen im Sinn der Leitlinien der Deutschen Bischöfe erforderlich machen. Anzeigen oder Meldungen von Betroffenen hat es bis jetzt nicht gegeben.“ Allerdings wurde der Fall an die Staatsanwaltschaft weitergegeben.

    Keine Reaktion aus dem Vatikan

    Medizinische Unterlagen, die den Missbrauch belegen sollen, liegen laut "Bild" im Vatikan vor. Eine Reaktion auf die Vorwürfe gibt es von dort bislang nicht. Der emeritierte Papst Benedikt hatte zuletzt mit einem Aufsatz zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche für Aufsehen gesorgt.