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Missbrauchsstudie: Würzburger Diözesanrat fordert Konsequenzen | BR24

© picture-alliance/dpa

Symbolbild: Kreuz an der Wand

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Missbrauchsstudie: Würzburger Diözesanrat fordert Konsequenzen

Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der Deutschen Bischöfe fordert auch der Diözesanrat des Bistums Würzburg Konsequenzen. Die Studie dokumentiert den jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch katholische Kleriker.

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Für den Diözesanratsvorsitzende Karl-Peter Büttner sei es höchste Zeit gewesen, dass die Bischöfe Klarheit und Transparenz fordern. Büttner bezeichnet die weitere Aufarbeitung der Missbrauchsfälle und –vorwürfe als unerlässlich. Es brauche Transparenz und Offenheit, um wieder Glaubwürdigkeit und eine Vertrauensbasis bei den Kirchenmitgliedern und in der Öffentlichkeit aufbauen zu können.

In der Vergangenheit seien viel zu lange Geschehnisse und Verbrechen verschwiegen worden, um die Institution Kirche und ihre Amtsträger zu schützen. Nach der Veröffentlichung der Studie brauche es nun weitere Schritte, damit solche Gräueltaten nie wieder vorkommen, so Büttner.

Unerlässlich sei ein Strukturwandel

Innerhalb der Kirche fordert Büttner einen Strukturwandel. Die bisherigen kirchlichen, hierarchischen Strukturen seien kein zukunftsfähiges und mehrheitsfähiges System. Sexueller Missbrauch sei vor allem durch einen massiven Machtmissbrauch in kirchlichen Strukturen ermöglicht, zum Teil gefördert und noch dazu vertuscht worden. Den Worten müssten Taten folgen, so Büttner.

Aufgeworfene Fragen von allen Seiten beantworten

Für die Beantwortung der Fragen, die die Autoren der Studie aufgeworfen haben, sollen unbedingt auch Missbrauchsopfer, Fachleute von außen und Vertreterinnen und Vertreter des gesamten Volkes Gottes beteiligt werden. Nur so könnten der Klerikalismus und der damit einhergehende Machtmissbrauch in der Kirche überwunden und die Glaubwürdigkeit zurückgewonnen werden.

Über Priesterweihe nachdenken

Als Alternativen in der Pastoral- und Seelsorge müsste auch über "viri probati" oder, noch besser, "homines probati", also über die Priesterweihe bewährter Frauen und Männer, nachgedacht werden. Der Diözesanratsvorsitzende geht davon aus, dass diese bei den Gläubigen "über allem Maße" anerkannt wären.