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Missbrauchsstudie: Passauer Juraprofessor fordert Ermittlungen | BR24

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Nach Veröffentlichung der Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche hat der Passauer Strafrechtsprofessor Holm Putzke Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft soll Ermittlungen gegen katholische Straftäter aufnehmen.

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Missbrauchsstudie: Passauer Juraprofessor fordert Ermittlungen

Nach Veröffentlichung der Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche hat der Passauer Strafrechtsprofessor Holm Putzke Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft soll Ermittlungen gegen katholische Straftäter aufnehmen.

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Zusammen mit weiteren Rechtsprofessoren hat der Strafrechtsprofessor Holm Putzke aus Passau im Zuge der Missbrauchsstudie Strafanzeigen gestellt. Diese haben sie bei den Staatsanwaltschaften im Bezirk jeder Diözese eingereicht.

Viele Fälle noch nicht verjährt

Mit ihren Strafanzeigen wollen die Juraprofessoren erreichen, dass die Staatsanwaltschaften Ermittlungen gegen katholische Sexualtäter aufnehmen. Zwei der sechs Professoren sind Holm Putzke und Eric Hilgendorf, die in Passau und Würzburg lehren. Sie fordern die Staatsanwaltschaften auf, von den Diözesen alle nötigen Unterlagen zu verlangen und deren Archive zu durchsuchen um so die Täter zu überführen. Viele Fälle seien noch nicht verjährt, so Holm Putzke und seine Kollegen.

"Immer wieder wurde versucht die Dinge möglichst unter dem Teppich zu belassen. Natürlich gibt es vereinzelt Verurteilungen, aber die Kirche ist natürlich eine mächtige Institution." Holm Putzke

"Kirchliches Recht steht nicht über weltlichem Recht"

Viele Opfer hätten bis heute nicht den Schritt gewagt an die Öffentlichkeit zu gehen, so Putzke. Jetzt wären erstmals konkrete Anhaltspunkte durch die Missbrachsstudie vorhanden. Kirchliches Recht dürfe nicht über weltlichem Recht stehen, sagt der Rechtsexperte. In einem Schreiben zeigen sich Putzke und fünf seiner Kollegen überrascht darüber, "wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen".

Bistum will weiter mit Behörden zusammenarbeiten

Das Bistum Passau reagiert auf die Anzeigen und will bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen weiter mit staatlichen Behörden zusammenarbeiten. Das betreffe vor allem die Herausgabe von Akten an die Staatsanwaltschaft, teilte Generalvikar Klaus Metzl mit. Er versicherte, man wolle sich als Kirche bei der konsequenten Aufarbeitung von Missbrauch durch Kleriker jederzeit auch von außen, wie zum Beispiel von Seiten des Staates, helfen lassen. Bei geringstem Verdacht würden Akten auch in Zukunft sofort an die Passauer Staatsanwaltschaft weitergegeben.

"Die Weitergabe der Akten ist nur ein Schritt von vielen, die wir als Kirche gehen müssen, um Missbrauch aufzuarbeiten und Missbrauch künftig zu verhindern." Klaus Metzl

Die Kirche müsse eine Kultur der Achtsamkeit und des Hinsehens noch viel mehr fördern und dazu ermutigen.

1.670 Kleriker wegen Missbrauchs beschuldigt

Die Studie zum Missbrauch in der katholischen Kirche war im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz entstanden. Ihr zufolge wurden von 1946 bis 2014 tausende überwiegend männliche Minderjährige Opfer sexueller Vergehen. 1.670 Kleriker werden beschuldigt.

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  • Marcel Kehrer
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