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Augsburgs Bischof Bertram Meier will einen Betroffenenbeirat zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals gründen.

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Missbrauchsskandal: Augsburger Bischof fordert Betroffenenbeirat

Prävention statt Studie: Um die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufzuarbeiten, will Augsburgs Bischof Bertram Meier einen Betroffenenbeirat gründen. Weiterer Vertuschung soll so Einhalt geboten werden.

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Von
  • Anna Klein

Wer genau in dem Beirat sitzen soll, ist zwar noch unklar, doch Interessierte könnten sich beim Bistum melden. Das sagte der Augsburger Bischof Bertram Meier laut dpa am Sonntag. Mit diesem Gremium sollen die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufgearbeitet werden.

Kein Gutachten wie im Bistum Aachen

Einen anderen Weg war das Bistum Aachen gegangen: Ein juristisches Gutachten hatte die Missbrauchsfälle im Stil einer Studie aufgearbeitet – wofür das Bistum wiederum für seine Transparenz gelobt wurde. Im Erzbistum Köln hatte Kardinal Rainer Maria Woelki eine solche Studie zurückgehalten, was heftige Kritik ausgelöst hatte.

Prävention statt juristischer Details

In Augsburg äußerte sich Bischof Bertram Meier zurückhaltend gegenüber einer Studie: "Ich schließe das nicht aus. Aber dazu habe ich noch keine konkreten Pläne." Immer neue Studien würden nicht helfen, aus dem Missbrauchsskandal herauszukommen. Meier fürchte, man werden auch irgendwann feststellen, "dass wir nicht alles im Detail mehr ausleuchten können".

Der Bischof fordert deshalb eine "menschlichere Kirche" und ein Ende der Vertuschung von Missbrauchstaten. Er setze das Augenmerk nun auf Prävention – besonders, was Auswahl und Ausbildung der Priester betrifft.

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Mit neun Jahren wird Agnes Wich von einem Priester missbraucht. Ein traumatisches Erlebnis, das sie bis heute nicht loslässt. Sie konnte dem Priester vergeben. Der Katholischen Kirche allerdings kann sie nicht verzeihen.

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