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Missbrauchsbericht: Hochschulpfarrer schämt sich für Amtskirche | BR24

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Würzburgs Hochschulpfarrer Burkard Hose

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    Missbrauchsbericht: Hochschulpfarrer schämt sich für Amtskirche

    Der Missbrauchsbericht der Deutschen Bischofskonferenz löst Bestürzen aus. Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkard Hose schämt sich „Teil dieses Systems“ zu sein. Und er appelliert an seine Priesterkollegen, zu ihrer Sexualität zu stehen.

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    Bestürzt und schockiert hat der Pfarrer der katholischen Hochschulgemeinde Würzburg, Burkard Hose, auf den Missbrauchsbericht der katholischen Deutschen Bischofskonferenz reagiert.

    Hose verspürt Scham

    In einem Facebook-Post erklärte Hose, er schäme sich, „Teil eines Systems zu sein, in dem Priester wegen ihrer Liebesbeziehung oder ihrer Homosexualität verfolgt und ausgeschlossen (würden), während andere Priester gleichzeitig unter dem Mantel des Schweigens und Vertuschens ihre Verbrechen begehen konnten.“ Zudem schäme er sich dafür, dass Verantwortlichen vielfach „die Würde der Opfer weniger wertvoll erschien, als der Schutz von Tätern und die Behauptung der ‚Heiligkeit‘ der Kirche“.

    Priester sollen zu ihrer Sexualität stehen

    Hose fordert seine Priesterkollegen dazu auf, gegen die „Krankheit ‚Klerikalismus‘ zu kämpfen“ und zu ihrer Sexualität zu stehen „und nicht so (zu) tun, als wären wir Menschen, die keine Sexualität haben.“

    Es sei nur möglich weiter in der Kirche zu arbeiten, wenn er und viele andere Priester „die eigene Stummheit ablegen und durch die Art, wie wir leben und reden und nicht schweigen, zur Veränderung des Systems beitragen.“

    Bistum Würzburg schweigt vorerst

    Das Bistum Würzburg lehnte es ab, den Missbrauchsbericht der Bischofskonferenz vor seiner offiziellen Veröffentlichung am 25. September zu kommentieren.

    Nach Medienberichten des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ und die Wochenzeitung „Die Zeit“ waren laut Studie mehr als die Hälfte der knapp 3.700 aktenkundigen Opfer maximal 13 Jahre alt. Bei den sexuellen Vergehen handle es sich überwiegend um männliche Minderjährige.