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Wolken ziehen über dem Mainzer Dom hinweg (Symbolbild)

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    Missbrauch in Kirche: So starten die Aufarbeitungskommissionen

    In Bayern sollen unabhängige Kommissionen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in den einzelnen Bistümern starten. Das hatten die Bischöfe vor über acht Monaten zugesichert. Doch es gibt noch Startschwierigkeiten.

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    Von
    • Daniel Knopp

    Nach langen Diskussionen mit den katholischen Bischöfen im vergangenen April war sich der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs sicher: Kein Bistum werde sich der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in den eigenen Reihen verweigern. "Sonst wird das Bistum oder die Kirche kaum Chancen haben, Glaubwürdigkeit und Vertrauen zurückzugewinnen", so Johannes-Wilhelm Rörig.

    Bischöfe wollen Missbrauch in Kirche unabhängig aufklären lassen

    Die Katholischen Bischöfe und der Unabhängige Beauftragte der Bundesregierung Rörig hatten sich auf eine gemeinsame Erklärung geeinigt. Darin heißt es, die katholische Bischofskonferenz möchte Missbrauchsfälle unabhängig aufklären lassen. Jeder Bischof solle dazu in seinem Bistum die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen schaffen.

    Acht Monate später ist dies mehr oder weniger umgesetzt. Die Erzdiözese München und Freising sucht aktuell aber noch Betroffene, die zur Mitwirkung im Betroffenenbeirat der Erzdiözese bereit sind. Der Betroffenenbeirat hat die Aufgabe die Aufarbeitungskommission zu unterstützen, sagt Christine Stermoljan von der Stabsstelle Prävention.

    "Uns ist wichtig, die Sichtweisen der Betroffenen in diesen Bereichen mit einzubeziehen und dass die Betroffenen auch Impulse setzen können, wie mit den Fragen sexualisierte Gewalt bei uns im Erzbistum umgegangen wird." Christine Stermoljan

    Missbrauchsopfer für Mitarbeit nicht leicht zu finden

    Dazu werden auch zwei Betroffene in die Aufarbeitungskommission entsandt, so Christine Stermoljan, die seit Mai letzten Jahres zusammen mit Lisa Dolatschko-Ajjur die Stabsstelle Prävention leitet. Entscheidend sei einen Zugang zu den Betroffenen zu finden, sagt Lisa Dolatschko-Ajjur. Einige Opfer von Missbrauch seien sehr engagiert und würden gerne an Präventionsprogrammen mitwirken. Anderen Betroffenen würde es aber auch sehr viel abverlangen, sich bei der Kirche für eine ehrenamtliche Mitarbeit zu bewerben, sagt Christine Stermoljan.

    Sieben Mitglieder in Aufarbeitungskommission der Bistümer

    Wie in München so sucht auch das Bistum Augsburg noch nach Betroffenen, die sich ehrenamtlich in der Kirche beteiligen. Im Bistum Würzburg hat sich die Aufarbeitungskommission bereits gefunden. Darunter, so wie in den Vorgaben empfohlen, zwei Betroffene, vier Experten aus Wissenschaft, Justiz und öffentlicher Verwaltung sowie ein Vertreter der Diözese Würzburg.

    Auch im Bistum Passau stehen die Mitglieder der Aufarbeitungskommission fest. Bischof Stefan Oster wird das siebenköpfige Gremium noch Anfang des Jahres einberufen. Aus Eichstätt heißt es auf Anfrage des BR, das Bistum sei "dabei, die letzten Schritte zur Einrichtung einer Aufarbeitungskommission zu gehen, sodass diese wahrscheinlich in Bälde ihre Arbeit aufnehmen kann".

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