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Heilig Kreuz in Donauwörth
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Heilig Kreuz in Donauwörth

Schwerer sexueller Missbrauch, psychische und physische Qualen für die Betroffenen: Vor einem halben Jahr deckte der BR die Missbrauchsfälle im Heilig-Kreuz-Kinderheim auf. Damit wurde die Aufarbeitung der Vergangenheit angestoßen, die für die Betroffenen sehr schmerzhaft sein kann – aber notwendig ist.

Weitere Fälle von sexuellem Missbrauch

In dem Kinderheim herrschte das harte Regiment des Heimleiters, des Priesters Max Auer, und der Erzieherinnen. Schläge und psychische Misshandlungen waren an der Tagesordnung. Die Aufklärungsarbeit hat jetzt noch weitere Fälle zutage gefördert, darunter sexueller Missbrauch von zwei Jungen und einem Mädchen – mindestens, denn die Aufarbeitung läuft noch.

Runder Tisch zur Aufarbeitung

Bei einem runden Tisch berichteten Betroffene von ihren Erlebnissen – Teil der Aufklärungsarbeit der Stiftung Cassianeum, dem Träger des ehemaligen Kinderheims. Auch für die beiden Schwestern, die mit ihrem Bericht den Stein ins Rollen brachten, keine leichte Zusammenkunft: Zunächst sei es für sie ein Schock gewesen, dass dadurch noch weitere Vorfälle ans Licht kamen. Manche der Opfer hatten noch nie mit jemand über das Erlebte gesprochen.

Nicht in Vergessenheit geraten

Von den Tätern, die damals Gewalt gegen die Schutzbefohlenen ausübten, ist heute den Recherchen zufolge niemand mehr am Leben. Gerade deshalb sei die Dokumentation der Vorfälle so wichtig. Dafür wurde ein Jurist hinzugezogen, mehrere Historiker durchforsten außerdem die Archive vor Ort in Donauwörth. Die Ergebnisse der Aufarbeitung will die Stiftung Cassianeum dann in einem Bericht veröffentlichen, außerdem soll eine Erinnerungstafel am Kloster Heilig Kreuz dafür sorgen, dass die Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten.

Ehemaliges Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth

Ehemaliges Kinderheim Heilig Kreuz in Donauwörth