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Auch die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt im Missbrauchsskandal.
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BR24 RedaktionHenning Pfeifer
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Auch die Augsburger Staatsanwaltschaft ermittelt im Missbrauchsskandal.

Rund vier Monate nach Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der katholischen Deutschen Bischofskonferenz haben Staatsanwaltschaften in Bayern erste Ermittlungen gegen beschuldigte Kirchenleute eingeleitet. Laut dpa-Umfrage haben inzwischen alle bayerischen Bistümer die Personalakten, die der Studie zugrunde lagen, an die Behörden weitergegeben, damit mutmaßliche Täter strafrechtlich verfolgt werden können.

Staatsanwaltschaft Würzburg prüft 15 "etwaig strafbare" Vorgänge

Die Staatsanwaltschaft Würzburg prüft nach Angaben eines Sprechers derzeit 15 "konkrete, etwaig strafbare" Vorgänge. Weitere Verfahren seien angekündigt. Die Studie hatte nach ihren Angaben 62 Beschuldigte aus dem Würzburger Bistum aufgelistet.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg führt Vorermittlungen in weniger als zehn Fällen. Laut Studie wurden im Bistum 81 Priester und von der Diözese beauftragte Ordensmänner beschuldigt, sich an Kindern und Jugendlichen vergangen zu haben.

Unterlagen über Beschuldigte und Betroffene weitergeleitet

Das Bistum Augsburg hat Unterlagen über 85 Beschuldigte und 165 Betroffene weitergeleitet. Mindestens 38 Beschuldigte seien aber schon tot, sagte der Sprecher der Münchner Generalstaatsanwaltschaft, Klaus Ruhland. 13 weitere konnten "aufgrund der Schilderungen der Opfer nicht namentlich ermittelt werden", wie ein Sprecher der Diözese sagte.

Die Diözese Passau hat der Passauer Staatsanwaltschaft nach Angaben eines Justizsprechers Unterlagen zu ihren 28 Fällen aus der Studie und zu einem jüngeren Verdachtsfall zur Verfügung gestellt. In drei weiteren Fällen wurden die Ermittlungen nach Angaben der Diözese eingestellt. Auch die Bistümer Bamberg und Eichstätt haben den zuständigen Staatsanwaltschaften ihre Unterlagen übergeben.

Staatsanwaltschaft München verfolgt bislang 13 Fälle strafrechtlich

Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft München I in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass Ermittlungen gegen rund 100 katholische Priester des Erzbistums München und Freising geprüft werden. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Kornprobst ausführte, handelt es sich um Fälle, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zurückreichten. Rund 60 Priester seien bereits verstorben, viele weitere Fälle verjährt. 13 werden bereits strafrechtlich verfolgt. Deshalb dürfte es sich nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft nur um wenige weitere Priester handeln, bei denen Ermittlungen in Betracht kommen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind noch keine Ermittlungen gegen konkrete Personen eingeleitet worden.

Deutschlandweit mehr als 3.600 minderjährige Opfer

Für die Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz waren deutschlandweit mehr als 38.000 Akten aus den Jahren 1946 bis 2014 untersucht worden. Danach wurden mindestens 3.677 Minderjährige von 1.670 Klerikern missbraucht.