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Rosenkranz (Symbolbild)

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    Missbrauch? Vorermittlungen gegen Priester aus Unterfranken

    Gegen einen Priester aus dem Bistum Würzburg ist ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet worden. Laut "Main-Post" geht die Staatsanwaltschaft Schweinfurt Missbrauchsvorwürfen nach, die gegen den Geistlichen erhoben wurden.

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    Von
    • Julia Dechet
    • BR24 Redaktion

    Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt hat wegen Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester aus dem Bistum Würzburg ein Vorermittlungsverfahren eingeleitet. Das berichtet die Zeitung "Main-Post" am Freitag. Dem Blatt liegt laut eigenen Angaben die Anzeige vor. Demnach habe eine Person bereits Ende März Anzeige erstattet und einen Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.

    In einem längeren Brief soll die Person Vorgänge schildern, die viele Jahre zurückliegen. Die Staatsanwaltschaft Schweinfurt war für eine Bestätigung der an diesem Freitag bekannt gewordenen Anzeige zunächst nicht erreichbar. "Dem Bistum Würzburg ist an einer umfangreichen Aufklärung sehr gelegen", heißt es auf Nachfrage bei der Diözese.

    Forderung nach schneller Aufklärung

    Laut "Main-Post" sei der Verfasser des Briefes besorgt und wünsche sich eine schnellere Aufklärung, als im Fall um einen Priester im Landkreis Bad Kissingen. Im August 2020 hatte das Amtsgericht Bad Kissingen diesen Priester aus Bad Bocklet zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Der sexuelle Missbrauch an einer Minderjährigen wurde durch die Urteilsgründe detailliert belegt. Das hatten BR-Recherchen nochmals bestätigt. Laut "Main-Post" seien in diesem Fall erste Hinweise bereits 2011 zu Tage und damit die Vorwürfe erst knapp zehn Jahre später vor Gericht gekommen.

    Bischof Jung und Kardinal Marx informiert

    Der besagte Brief mit den Anschuldigungen gegen den Priester aus dem Bistum Würzburg soll nicht nur an die Staatsanwaltschaft Schweinfurt, sondern auch an Bischof Franz Jung gegangen sein. Von der Pressestelle der Diözese heißt es: "Es gibt ein Schreiben mit Vorwürfen gegen einen Priester. Das Schreiben ist an Bischof Dr. Franz Jung gerichtet und ging am 6. April 2021 im Bischofshaus Würzburg ein." Demnach sei die Diözese Würzburg mit der Staatsanwaltschaft in Kontakt und arbeite mit dieser zusammen. Auch Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München-Freising und Vorsitzender der Bayerischen Bischofskonferenz, soll ebenfalls den Brief mit den Vorwürfen erhalten haben.

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