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Sexuelle Gewalt durch Geistliche: Bischof Jung trifft Opfer | BR24

© Barbara Markus/BR-Mainfranken

In Würzburg findet am Abend ein Treffen zwischen Bischof Franz Jung und ehemaligen Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche statt. Es geht hierbei sowohl um Aufarbeitung als auch um Verhinderung künftiger Taten.

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Sexuelle Gewalt durch Geistliche: Bischof Jung trifft Opfer

In Würzburg trifft Bischof Franz Jung am Abend mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche zusammen. Thema ist nicht nur die Aufarbeitung innerhalb der Kirche, sondern auch die Frage: Wie kann Missbrauch in Zukunft verhindert werden?

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An dem Treffen mit Bischof Franz Jung konnten sich bis zu 15 Missbrauchsopfer anmelden. Zehn haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, heißt es aus dem Ordinariat. Das Gespräch ist nicht öffentlich und wird von einem Psychologen moderiert. Bischof Franz Jung hatte sich bereits in einem Hirtenbrief für Vertuschung und Verharmlosung entschuldigt. Damit sei "die Wahrheit gebeugt und die Opfer ein zweites Mal traumatisiert" worden, so der Würzburger Bischof.

Bistum hat gesamte Unterlagen seit 1946 aufgearbeitet

Vergangene Woche hatte das Bistum das Ergebnis einer Auswertung seiner Aktenbestände der Jahre 1946 bis 1999 bekannt gegeben. 13 der knapp 3.000 Akten wurden inzwischen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Das Bistum Würzburg gehörte zu den ersten Diözesen in Deutschland, die eine Rechtsanwaltskanzlei mit einer Prüfung der sogenannten Geheimakten beauftragt hatten. Eine Studie der deutschen Bischofskonferenz hatte sich aber nur auf Fälle der Jahre 2000 bis 2015 bezogen. Demnach hatte es in diesem Zeitraum 62 Fälle kirchlichen Missbrauchs im Bistum Würzburg gegeben. Bei 28 davon war Strafanzeige erhoben worden, bei 17 kam es zu einem kirchenrechtlichen Verfahren, zwölf Fälle gingen an die Glaubenskongregation nach Rom.