BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Missbrauch an Augsburger Schule – Gericht klärt Schuldfähigkeit | BR24

© Bayern 1 Mittags in Schwaben

Vor dem Landgericht Augsburg wirft die Staatsanwaltschaft einem 22-Jähirgen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauch eines Mädchens in der Wittelsbacher Schule vor. Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Missbrauch an Augsburger Schule – Gericht klärt Schuldfähigkeit

Wegen Vergewaltigung und schwerem sexuellen Missbrauch einer Schülerin in der Wittelsbacher Schule in Augsburg steht ein 22-Jähriger vor Gericht. Dort geht es um die Schuldfähigkeit und die Gefährlichkeit des Angeklagten. Die Vorwürfe räumte er ein.

Per Mail sharen
Teilen

Zum Auftakt des Prozesses gegen einen 22-Jährigen, der in der Wittelsbacher Schule in Augsburg ein Mädchen vergewaltigt haben soll, geht es um die Schuldfähigkeit des Angeklagten. Die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg wird die nächsten zwei Verhandlungstage Zeugen und Gutachter hören, die klären sollen, ob der 22-Jährige psychisch krank ist und ob von ihm eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht.

Angeklagtem wird Vergewaltigung und schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 22-jährigen gebürtigen Berliner Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes vor. Er soll zur Mittagszeit in die Wittelsbacher Schule nahe der Augsburger Innenstadt gegangen sein und ein Mädchen nach dem Weg ins Sekretariat gefragt haben. Dann soll er das Mädchen gefragt haben, ob es ein Video sehen wolle. Laut Anklage packte er die Schülerin, die die Frage verneinte, und trug sie in die Schultoilette, missbrauchte sie und zwang sie zu sexuellen Handlungen. Erst ein alarmierter Lehrer, der von einer Mitschülerin gerufen wurde, die die Hilferufe gehört hatte, stoppte den Missbrauch.

Weiterer Vorfall in einer Schule in Großaitingen

Laut Anklage gab es neben dem Missbrauch des Mädchens in Augsburg einen weiteren Fall, in dem der 22-Jährige mit Polizeigewalt aus einer Schule in Großaitingen entfernt werden musste. Er ist derzeit in der Psychiatrie untergebracht. Die Staatsanwaltschaft hält es für möglich, dass er weitere Straftaten begeht und eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

Angeklagter räumt Missbrauch in der Wittelsbacher Schule ein

Der Angeklagte räumt den Missbrauch auf der Mädchentoilette nach Angaben seines Anwalts ein und hält die Tat heute für unaussprechlich. Allerdings habe er früher manchmal Stimmen gehört, sein Erinnerungsvermögen an die Tat habe erst in dem Moment wieder eingesetzt, als er in der Schule auf dem Boden gelegen habe und die Polizei gekommen sei. Er habe vorher und nachher nie sexuelles Interesse an Kinder gehabt. Der Angeklagte selbst berichtete von Problemen zuhause, vor allem mit seinem Stiefvater. Mit 16 sei er in Großaitingen ins Kinderheim gekommen. Eine Ausbildung habe auch nicht geklappt. Am Tag der Tat habe er unter Drogeneinfluss gestanden.

© BR

Im Oktober vergangenen Jahres soll ein Mann in Augsburg eine neunjährige Schülerin sexuell missbraucht haben. Nun hat der Prozess begonnen.