Beim Friedberger Ministrantentag waren am Wochenende 15 Teilnehmer umgekippt. Sie waren offenbar zu warm gekleidet und hatten zu wenig getrunken.

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Ministranten kollabiert: Bistum Augsburg kündigt Aufarbeitung an

Ministranten kollabiert: Bistum Augsburg kündigt Aufarbeitung an

Beim Ministrantentag in Friedberg sind am Wochenende 15 Ministranten kollabiert. Rettungskräften zufolge trugen sie für die Hitze zu warme Gewänder. Einige hatten offenbar auch zu wenig getrunken.

Der Ministrantentag mit 15 kollabierten Jugendlichen beschäftigt die Diözese Augsburg und die Rettungskräfte auch in den Tagen danach. Es war die erste derartige Veranstaltung nach zwei Jahren Corona-Pause und die Besucherzahl bedeutete einen neuen Rekord. Rund 2.600 Ministrantinnen und Ministranten waren dabei.

Schwere Baumwollgewänder bei 30 Grad Sommerhitze

Nach einem Vormittag mit Spielen und Workshops sammelten sich die Teilnehmer gegen 14 Uhr am Friedberger Sportplatz. Für die anschließende Prozession zum Marienplatz schlüpften sie bei praller Sommerhitze bei etwa 30 Grad in ihre Gewänder aus schwerem Baumwollstoff.

Die Hitze in Kombination mit den dicken Gewändern und in zahlreichen Fällen auch zu wenig Flüssigkeit führte wohl schließlich zum Kollaps von 15 Jugendlichen. Diesen Schluss legen die Aussagen der beteiligten Einsatzkräfte und auch des Bistums nahe.

Friedberger Rathaus richtete "Kühlschrank mit Feldbetten" ein

Der abschließende Gottesdienst von Bischof Bertram Meier am Marienplatz wurde wegen des laufenden Rettungseinsatzes der Friedberger Malteser um zwei Lieder verkürzt. Für die Verletzten, die an Überhitzung und Dehydrierung litten, wurde im Friedberger Rathaus ein "Kühlschrank mit Feldbetten" eingerichtet, so der Ministrantenreferent des Bistums, Harald Weber. Über zwei Etagen wurden die Jugendlichen hier erstversorgt, einer von ihnen musste dennoch ins Krankenhaus. Über seinen Zustand ist aktuell nichts bekannt.

Bistum will Anzugsordnung bei Hitze prüfen

Im Bistum Augsburg, in dessen Abschlussbericht zunächst nichts von den Vorfällen erwähnt wurde, gibt man sich nun selbstkritisch. Zwar habe man im Sportstadion von 30 Ordnern Getränke und Traubenzucker verteilen lassen und per Durchsagen auch auf die beiden Wasserstellen am Marienplatz hingewiesen, aber – so Ministrantenreferent Weber gegenüber dem BR – man müsse bei künftigen Veranstaltungen schon hinterfragen, ob die dicken Ministranten-Gewänder in der prallen Sommerhitze Sinn machten oder ob man eventuell darauf verzichten könne.

Wichtig: Passende Kleidung und Getränke

Die Geschehnisse von Friedberg würden in den kommenden Tagen gemeinsam mit der Stadt und den Rettungskräften aufgearbeitet. Diese weisen darauf hin, dass man sich mit Getränken und passender Kleidung auf derartige Großveranstaltungen vorbereiten müsse. Viele hätten das nach zwei Jahren Pandemie-Pause schlicht vergessen.

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