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Angesichts des Anstiegs der Corona-Zahlen warnt CSU-Chef Söder vor möglichen gravierenden Folgen.

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Söder sieht Gefahr eines zweiten Lockdowns

Angesichts des Anstiegs der Corona-Zahlen warnt CSU-Chef Söder vor möglichen gravierenden Folgen. "Wir wollen einen kompletten zweiten Lockdown verhindern", sagte er. Werde jetzt nicht gegengesteuert, "dann läuft das unweigerlich in diese Richtung".

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Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht sich in der Corona-Krise in Europa an die Ausbreitung der Pandemie im Frühjahr erinnert. Mit Blick auf die Zuspitzung der Lage besonders in Frankreich und Spanien sagte Söder bei der virtuellen Landesversammlung der Frauen-Union Bayern: "Es ist genau das Gleiche wie vor einem halben Jahr." Und er warnte: "Achtung: Bei uns ist die Entwicklung ähnlich, nur halt zeitversetzt." Dieser zeitliche Vorsprung dürfe jetzt nicht verspielt werden.

Durch Leichtsinn und nachlassende Disziplin schnellten die Zahlen auch in Deutschland wieder nach oben. "Leider sind wir auf dem Weg zu exponentielle Wachstum. Gerade in den Großstädten ist die Herausforderung sehr sehr groß", sagte er. Die aktuell veröffentlichten Infektionszahlen bildeten das Geschehen von vor zwei Wochen ab. "Wahrscheinlich sind sie jetzt im Moment schon viel höher."

Söder: Wollen zweiten Lockdown verhindern

Deswegen gelte es weiter, umsichtig zu bleiben. "Wir wollen einen kompletten zweiten Lockdown verhindern", sagte Söder. "Wenn wir aber nichts tun und nicht aufpassen, dann läuft das unweigerlich in diese Richtung." Einen zweiten Lockdown zu verhindern, sei aber sehr wichtig für Wirtschaft und Arbeit. Und auch Schulen und Kitas sollten unbedingt offen gehalten werden.

"Mehr Maske, weniger Alkohol, kleinere Versammlungen"

Das Virus breite sich nicht bei normalen Veranstaltungen aus, Probleme bereiteten Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, wilde Partys. Deswegen laute in Corona-Hotspots die Devise: "mehr Maske, weniger Alkohol, kleinere Versammlungen, kleinere Partys." Söder lobte in diesem Zusammenhang die Ergebnisse der Schaltkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Freitag mit den Oberbürgermeister der größten deutschen Städte. "Die anderen Großstädte übernehmen unsere Maßnahmen", sagte der Ministerpräsident. Das bedeute: "Gehen die Zahlen hoch, bleiben wir vorsichtig."

Jetzt komme es darauf an, dies in den nächsten Wochen hinzubekommen, "sodass wir keinen Lockdown brauchen", betonte Söder. "Ich bin optimistisch, dass das gelingen kann." Noch sei die Bewährungsprobe nicht überstanden. "Corona ist eine echte Naturkatastrophe."

Dobrindt fürchtet "faktischen Lockdown"

Ähnlich wie Söder äußerte sich in einem Interview auch der Berliner CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. "Die aktuellen Corona-Zahlen zeigen: Die Befürchtungen sind real, dass wir im Dezember zu täglichen Infektionszahlen von über 19.000 kommen können, wenn wir politisch nicht entschlossen handeln", sagte er der dpa. Eine solche Entwicklung müsse unbedingt vermieden werden, "um nicht in eine Art faktischen Lockdown zu kommen, weil sich zu viele Menschen in Deutschland gleichzeitig in Quarantäne aufhalten müssen".

Wie vor ihm schon Parteichef Söder und CSU-Generalsekretär Markus Blume warf auch Dobrindt insbesondere der Berliner Stadtpolitik erhebliche Fehler vor. Als Beispiel nannte er die Zulassung großer Feiern und Festivals sowie mangelnde Kontrolle bei der Einhaltung von Corona-Regeln. "Das alles trägt leider erheblich zur Verbreitung des Virus bei."

Mehr als 4.721 neue Infektionen nachgewiesen

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen 4.721 neue Corona-Fälle - und damit zum dritten Mal in Folge mehr als 4.000. Mit Köln überschritt eine weitere deutsche Großstadt den Alarmwert von 50 nachgewiesenen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Zu den Corona-Hotspots in Deutschland zählen auch weitere Großstädte wie Berlin und Frankfurt.

In Bayern wurde die 50er-Grenze nach der Stadt Rosenheim nun auch von der Stadt Memmingen, dem Landkreis Fürstenfeldbruck und dem Landkreis Regen gerissen, wie das Landesamt für Gesundheit mitteilte. Auch in München nähert sich die Inzidenz mit 47,7 wieder diesem Grenzwert. Die Landeshauptstadt hatte die 50er-Marke kürzlich schon gerissen und strenge Maßnahmen ergriffen, inklusive Maskenpflicht auf belebten öffentlichen Plätzen in der Innenstadt. Nach zwischenzeitlich sinkenden Zahlen gehen sie seit zwei Tagen wieder nach oben.

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