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Alle neun Stunden stirbt ein Mensch bei Geschwindigkeitsunfall | BR24

© pa/dpa

Symbolbild: Völlig zerstörtes Auto

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    Alle neun Stunden stirbt ein Mensch bei Geschwindigkeitsunfall

    Fast jeder dritte Verkehrstote in Deutschland wurde 2019 Opfer eines Unfalls mit zu hohem Tempo. Seit Jahren wird über ein Tempolimit erbittert gestritten. Ministerpräsident Söder lehnt den Vorschlag der Grünen neuerdings nicht mehr kategorisch ab.

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    Von
    • Julia Rupprich

    Alle neun Stunden stirbt ein Mensch bei einem Geschwindigkeitsunfall in Deutschland. Das ergab eine Studie des Statistisches Bundesamtes (Destatis). Damit sind Unfälle, die durch nicht angepasste Geschwindigkeit entstehen, nach wie vor die häufigste Ursache für Unfalltote in Deutschland. Bei einem Geschwindigkeitsunfall wirft die Polizei mindestens einem der in den Unfall verwickelten Fahrern ein "nicht angepasstes Tempo" vor.

    32 Prozent der Verkehrstoten sterben bei Geschwindigkeitsunfällen

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, starben im Jahr 2019 insgesamt 963 Menschen bei solchen Unfällen, 53.687 wurden verletzt, 13.769 davon erlitten schwere Verletzungen. Damit sank die Zahl der Toten zwar im Vergleich zum Jahr 2010 um 33 Prozent, dennoch starb 2019 statistisch gesehen alle neun Stunden ein Mensch bei einem Geschwindigkeitsunfall in Deutschland.

    Grünen-Chef Habeck für Tempolimit

    Trotz der hohen Zahlen wird die Debatte um ein mögliches Tempolimit auf deutschen Straßen seit jeher hitzig geführt. Zuletzt sprach sich der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck für ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen aus und kündigte dieses als eine der ersten Maßnahmen an, sollte es zu einer Bundesregierung unter Beteiligung der Grünen kommen. Auch von Verkehrsexperten wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung gefordert.

    CSU sammelt Unterschriften gegen das Tempolimit

    Eine Forderung, die auf viel Gegenwind der CSU stößt. Unter anderem betreibt sie im Internet eine Aktion, in der sie Unterschriften gegen das Tempolimit sammelt.

    Söder lehnt Tempolimit nicht mehr kategorisch ab

    Anders sieht das Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Im ZDF-Sommerinterview maß er dem Vorschlag der Grünen zwar nicht die höchste Priorität bei, lehnte ein generelles Tempolimit aber auch nicht kategorisch ab. "Ich bin kein ideologischer Gegner, Tempobegrenzung kann an vielen Stellen helfen, aber ich bin auch kein Befürworter wie die Grünen", so Söder.

    Söder setzt auf Aufarbeitung der Bußgeldkatalog-Panne

    Eine der größten Gegner eines möglichen Tempolimits ist Söders Parteifreund und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Er hatte sich immer klar gegen eine mögliche Begrenzung ausgesprochen. Scheuer steht derzeit in Berlin massiv unter Druck - unter anderem wegen der Panne bei der Novelle des Bußgeldkatalogs. Söder nannte das "sehr, sehr ärgerlich" und forderte eine Aufarbeitung.

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